Für den Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide sind rund eine halbe Million Bäume gefällt worden. Das berichtet die britische Zeitung Guardian mit Verweis auf eine Auswertung von Satellitenbildern der Umweltschutzorganisation Kayrros. Demnach wurden zwischen März 2020 und Mai 2023 rund 329 Hektar Wald vernichtet. Das ist in etwa die Fläche von 460 Fußballfeldern.

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Kayrros analysiert Satellitenbilder mit künstlicher Intelligenz. Antoine Halff, Chefanalyst von Kayrros, plädiert in dem Bericht allerdings auch dafür, die Abholzungen in Relation zu setzen. Schließlich würden in der neuen Fabrik Elektroautos produziert, die Autos mit Verbrennungsmotoren ersetzen. Der Verlust der Bäume komme laut Halff einem Äquivalent von 13.000 Tonnen Kohlendioxid gleich. Die Abholzung sei damit in etwa genauso schädlich wie die Schadstoffemissionen von 2800 Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren in den USA. „Das ist nur ein Bruchteil der Elektroautos, die Tesla jedes Quartal produziert und verkauft“, betonte Halff. Im vergangenen Jahr rollten rund 200.000 Elektroautos in Grünheide vom Band.
Allerdings gab es auch nach Mai 2023 noch Fällungen in der Nähe der Fabrik. So mussten etwa für den neuen Bahnhof Fangschleuse zahlreiche Bäume weichen. Der Bahnhof wird an der Nordseite des Tesla-Werks neu gebaut, der neue Standort befindet sich eineinhalb Kilometer westlich des derzeitigen Bahnhofs Fangschleuse.
Brandenburger Umweltministerium geht von weniger Baumfällungen aus
Zuletzt waren auch einige Bäume im Waldstück neben dem Tesla-Werk entfernt worden. Nach Auskunft des Brandenburger Umweltministeriums sei dies nötig gewesen, um alte Bunkeranlage der DDR-Staatssicherheit abtragen zu können. In dem Waldstück sucht der Kampfmittelbeseitigungsdienst seit Wochen nach Bomben und Munition aus Kriegszeiten. Mehrfach sind die Fachleute dort schon fündig geworden. Das Waldstück ist Teil der umstrittenen Erweiterungsfläche der Fabrik. Von den mehr als 100 Hektar Wald sollen nach aktuellen Plänen 70 stehenbleiben.
Das Brandenburger Umweltministerium geht insgesamt von deutlich weniger gefällten Bäumen aus als Kayrros. „Es besteht eine Rodungsgenehmigung für insgesamt rund 312 Hektar“, betont ein Sprecher des Ministeriums auf Nachfrage der Morgenpost. Die Anzahl der Bäume habe in diesem Gebiet bei etwa 250.000 gelegen, rund 800 pro Hektar. Der Sprecher betont hinzu, dass die Fläche teilweise noch nicht gerodet sei. Es handele sich um 50 bis 70 Jahre alte Kiefern.
Forstrechtlich kompensiert hat Tesla die Rodung laut Umweltministerium bereits zum großen Teil. In Brandenburg habe das Unternehmen 318 Hektar aufforsten lassen. Hinzu lasse Tesla in Kiefernwäldern mit einer Größe von 319 Hektar Mischwald dazu pflanzen.
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