Brandenburger Tor, Reichstagsgebäude, ICC, Fernsehturm oder Sony-Center: Berlin ist reich an bemerkenswerten Bauten aus verschiedenen Jahrzehnten und Jahrhunderten. Die ikonischen Bauwerke sind die Wahrzeichen unserer Stadt. Die meisten der knapp 500.000 Berliner Gebäude sind jedoch weit weniger spektakulär. Dennoch lohnt es sich, auch bei bescheideneren Bauten genau hinzuschauen, schließlich wohnen, arbeiten, lernen wir in ihnen, besuchen Kulturveranstaltungen, treiben dort Sport und vieles mehr. In ihrer Gesamtheit prägen sie das Bild unserer Stadt. Deshalb ist nun Ihre Meinung gefragt: Welches neu errichtete Gebäude ist Ihr Favorit?

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Wie wichtig den Berlinerinnen und Berlinern „ihre“ Bauten sind, zeigt sich immer dann besonders deutlich, wenn Bestandsbauten abgerissen werden – wie etwa aktuell der Streit um den Abriss und Neubau des Jahn-Sportparks zeigt. Zumal vielen Berlinerinnen und Berlinern das, was anstelle der lieb gewonnenen Altbauten entsteht, nicht unbedingt gefällt.
Nutzen Sie daher die Gelegenheit, den Neubauten Ihre Stimme zu geben, bei denen Architekten und Bauherren die Aufgabe, für die Nutzer einen wirklich guten Ort zu schaffen, hervorragend gelöst haben. Die Gelegenheit dazu bietet die diesjährige Verleihung des BDA-Publikumspreises.
114 Bauwerke stehen zur Wahl
114 Bauwerke, die von Architektinnen und Architekten eingereicht wurden, wird eine Fachjury in diesem Jahr bewerten. Am Wettbewerb teilnehmen konnten Neu- und Umbauten aus den vergangenen fünf Jahren, die im Land Berlin realisiert und seit dem 1. Januar 2019 fertiggestellt wurden beziehungsweise kurz vor der Vollendung stehen.
Doch nicht nur die international besetzte Fachjury aus Architektinnen und Architekten, Theoretikerinnen und Theoretikern sowie Bauherrinnen und Bauherren, auch das Publikum ist gefragt, unter den abgegebenen Projekten dasjenige mit der besten Architektur auszuwählen.
Abstimmung per Mausklick
Bis zum 10. Oktober 2024 ist die Publikums-Abstimmung möglich. Bis zu drei Projekte, die bis zum 20. Oktober die meisten Stimmen auf sich vereinen, werden mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Für den Preis können pro Person jeweils bis zu drei Bauten vorgeschlagen werden. Die Projekte werden auf https://bda-preis-berlin.de/ mit Bildern, Zeichnungen und Erläuterungstexten in wechselnder, per Zufallsgenerator bestimmter Reihenfolge präsentiert. Es gibt natürlich auch eine Suchfunktion für das gezielte Auffinden einzelner Projekte.
Das Ergebnis wird am 14. November im Rahmen der Preisverleihung des BDA PREIS BERLIN bekanntgegeben und anschließend publiziert. Im vergangenen Monat haben wir Ihnen bereits eine Auswahl der zu bewertenden Arbeiten vorgestellt. Aufgrund der Vielzahl der Beiträge kann die Berliner Morgenpost im Rahmen der Berichterstattung nur eine kleine Auswahl präsentieren. Diese stellt ausdrücklich keine Vorfestlegung auf den möglichen Gewinner dar.
Wohnen in Adlershof

So schön kann Wohnen bei einer der sechs Berliner landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften sein: Im Campus Hermann-Dorner-Allee hat das Stuttgarter Architektur- und Designbüro Blocher Partners für die kommunale Howoge in Adlershof auf knapp 27.000 Quadratmetern 612 Wohnungen, integriertes Gewerbe und eine Kindertagesstätte errichtet. Dazu gehören auch 107 Apartments für Studierende. Die Maxime „Qualität bezahlbar machen“ wurde mithilfe modularer Bauweise umgesetzt. Die Hälfte aller Wohnungen ist sozial gefördert.
Nashorn-Pagode im Berliner Zoo

Die Nashorn Pagode Berlin ist ein Hingucker und hat auch schon andere Architekturpreise gewonnen. Das vom Büro Pearlman Erlebnisarchitektur für den Bauherren, den Zoologischer Garten Berlin, entworfene Gebäude ist nicht nur ein neues Wahrzeichen für den Zoo, sondern ein artgerechtes Zuhause für Panzernashörner, Tapire und Pustelschweine. Der 25 Meter hohe, indisch anmutende Turm besteht aus rötlichem Beton. Ein Folienkissendach überdeckt das Innere.
Kultur und Bildung in der Alten Mälzerei Lichtenrade

Die Alte Mälzerei am S-Bahnhof Lichtenrade bildet einen wichtigen Baustein innerhalb eines neuen Wohnquartiers. Mit Räumen für die Stadtteilbibliothek, die VHS, die Musikschule, ein Kinder- und Jugendmuseum sowie einer Suppenküche ist ein Standort mit Vorbildfunktion für Berlin entstanden. Die Transformation einer Mälzerei zum Kultur- und Bildungsstandort im Auftrag des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg entstand nach den Plänen des Büros ff-Architekten Feldhusen und Fleckenstein, die Grundsanierung planten Baumschlager Eberle Architekten.
Arbeiten und Speisen im Telegraph in Mitte

Schöner Arbeiten an der Köpenicker Straße in Mitte: Bauherr &MICA hat den denkmalgeschützten Bestand des historischen Telegraphenbauamtes behutsam saniert und mit einem Neubau und der Aufstockung zweier Bestandsgebäude ergänzt. So entstand ein Komplex aus Gewerbe-, Büro- und Gastronomieflächen. Dem Neubau dient ein denkmalgeschütztes Fragment des ursprünglichen Gebäudes als Sockel. Die Betonfassade mit großzügigen Glasfronten wird durch üppiges Grün strukturiert. Die Gebäude werden über Photovoltaik und Geothermie umweltschonend mit Energie versorgt. Das Ensemble ist nach dem Schwammstadt-Prinzip konzipiert.
Gewerbe und Büro in Friedrichshain

„Rot, robust und selbstbewusst“, so beschreiben die Bauherren, die Holzmarkt 25 Genossenschaften und das Berliner Architekturbüro OfficeParkScheerbarth, ihre kleines, rotes Haus, das nahezu zu 100 Prozent aus Holz gebaut wurde. Auf drei Etagen und einer Gesamtfläche von 240 Quadratmeter haben eine Bäckerei, eine Booking-Agentur, ein Tattoo-Studio und ein Physiotherapeut, ein Künstler und ein Fotoatelier Platz gefunden. Da das Baubudget klein war, nutzt das Haus das, was bereits da ist: Es dockt an das außenliegende Treppenhaus des Nachbarhauses an und macht so eine eigene Erschließung überflüssig.



