Umbau

Schutzgraben vor dem Reichstag wird größer als gedacht

Der Graben soll das Parlamentsgebäude schützen. Das neue Besucherzentrum des Bundestags soll den Container vor dem Parlament ersetzen.

So soll der Graben am Reichstagsgebäude gebaut werden.

So soll der Graben am Reichstagsgebäude gebaut werden.

Foto: BM

Berlin. Der geplante Graben vor dem Reichstagsgebäude wird etwas größer als ursprünglich geplant. Das hat die Bau- und Raumkommission des Ältestenrates des Deutschen Bundestages beschlossen. Wie die Bundestagsverwaltung am Donnerstag mitteilte, entschieden sich die Abgeordneten mehrheitlich dafür, vor dem großen Westportal des Parlaments einen sogenannten Aha-Graben zu errichten. Am nördlichen und südlichen Straßenverlauf neben der Auffahrt soll je ein etwa 55 Meter langer Zaun mit Toren entstehen. Um den Zaun so kurz wie möglich zu errichten, entschieden sich die Abgeordneten nun, den Graben an den Enden noch einige Meter im 90-Grad-Winkel weiterzuführen. Für die Anpassung der ursprünglichen Pläne hätten sich die Abgeordneten entschieden, „um vom Platz der Republik einen möglichst freien Blick auf das historische Gebäude zu erhalten“, teilte die Bundestagsverwaltung mit.

Bei einem Aha-Graben fällt der Untergrund langsam Richtung Brüstung ab. Am Ende steht man so vor einer 2,5 Meter hohen Mauer. Aus der Distanz ist der Graben jedoch kaum zu sehen und schränkt auch das Blickfeld nicht ein. Eine solche Konstruktion steht etwa vor dem Schloss Bellevue. Der Begriff "Aha-Graben" leitet sich laut Wikipedia aus dem Ausruf des Erstaunens her, den man ausstößt, weil der Graben mit der Mauer aus der Ferne nicht zu sehen ist.

Zufrieden mit den neuen Plänen zeigte sich der Vorsitzende der Bau- und Raumkommission, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP). „Es ist gut, dass die Planer nun Klarheit haben und weiterarbeiten können. Keine Festlegung hätte zu fatalen Folgen für das gesamte Projekt geführt.“

Im Bundestag sei man stolz, eines der meistbesuchten Parlamente der Welt zu sein. „Das bringt aber auch Verantwortung für die Sicherheit dieser Menschen mit sich“, so Kubicki. Dieser Verantwortung werde die Kommission mit der Entscheidung gerecht.

Reichstag: Provisorische Container sollen weg

Mit der Entscheidung rückt das Ende der provisorischen Container vor dem Reichstagsgebäude ein weiteres Stück näher. Besucher, die das Gebäude besichtigen wollen, müssen sich durch den Sicherheitscheck in den weiß-grauen Baracken. Die provisorischen Container könnten „weder genehmigungsrechtlich noch optisch“ von Dauer sein, sagte Kubicki. Außerdem ist die Kapazität der Provisorien – und damit der Gäste im Gebäude – begrenzt. „Ohne eine Entscheidung hätten wir riskiert, dass am Ende Besucher abgewiesen werden müssen“, sagte der Bundestagsvizepräsident.

Anstelle der Container plant der Bundestag ein Besucher- und Informationszentrum auf der gegenüberliegenden Seite der Stresemannstraße. Künftig sollen die Sicherheitskontrollen der Reichstags-Besucher dort stattfinden. Danach werden die Gäste ohne weitere Kontrollen durch einen Verbindungstunnel zum Reichstagsgebäude geleitet. Der Tunnel endet vor der großen Freitreppe des Reichstagsgebäudes. Da es sich dadurch bei diesem Gebiet künftig um ein Sicherheitsgebiet handelt, muss es rundherum besser geschützt werden, argumentiert die Bundestagsverwaltung.

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