Der Gesundheitszustand des am Mittwoch am Berliner Hauptbahnhof unter einen ICE geratenen Kindes ist nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft stabil. Die Vierjährige werde weiterhin intensivmedizinisch behandelt, teilte Pressesprecher Sebastian Büchner auf Anfrage der dpa mit. Zuerst hatte der RBB berichtet.
Bei dem Unglück war eine 38 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Wie eine Sprecherin der Bundespolizei auf Nachfrage sagte, ereignete sich der Vorfall am Mittwoch gegen 18.20 Uhr am Gleis 12. Dabei sei die Frau tödlich verletzt worden. Das vierjährige Kind Kleinkind habe schwere Verletzungen davongetragen, hieß es.
Unglück am Berliner Hauptbahnhof: Rettungskräfte brachten Kind in nahegelegene Klinik
Nach Angaben des Behördensprechers der Berliner Feuerwehr, Vinzenz Kasch, wurde das Kleinkind am Mittwochabend in eine nahegelegene Klinik gebracht. Insgesamt seien 19 weitere Personen vor Ort betreut worden, die das Geschehen gesehen hatten. Rettungskräfte waren am Abend stundenlang damit beschäftigt, die tote Frau zu bergen, die sich unter dem Zug befand. Die Feuerwehr war mit 50 Einsatzkräften vor Ort. Vor dem Hauptbahnhof waren ein Rettungshubschrauber und Rettungsfahrzeuge zu sehen.
Zwischenzeitlich gab es umfangreiche Sperrungen am Berliner Hauptbahnhof – betroffen waren fast alle oberirdischen Gleise bis auf jene, auf denen die S-Bahn verkehrt. Auch die S-Bahn war zwischen Friedrichstraße und Tiergarten unterbrochen. Am späten Abend wurden die Sperrungen aufgehoben, die Bahnen fahren wieder regulär, wie auf X mitgeteilt wurde.
Am Abend sind 2 Personen am Berliner Hauptbahnhof von einem Zug erfasst worden. Dabei kam eine Frau ums Leben. Ein Kleinkind wurde lebensbedrohlich verletzt. Laut Vinzenz Kasch, Behördensprecher der Berliner Feuerwehr, läuft der Einsatz aktuell noch. #b2205 @morgenpost pic.twitter.com/zPSMdq4i5t
— Julian Würzer (@wurzer_julian) May 22, 2024
Der genaue Hintergrund des Vorfalls sei noch nicht abschließend geklärt. Die Umstände deuteten laut Polizei auf einen Suizid der Mutter hin. Um die Hintergründe des Unglücks zu ermitteln, befragte die Polizei Augenzeugen. Auch Videoaufnahmen sollten ausgewertet werden.
Der Berliner Hauptbahnhof – ein Verkehrsknotenpunkt – wird normalerweise von bis zu 300.000 Menschen täglich frequentiert.
Anmerkung der Redaktion:
Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.
mit dpa


