• Ein Mann kam bei einer Messerstecherei in Gesundbrunnen ums Leben
  • In Spandau wurde ein Kleinkind angefahren
  • Eine Autofahrerin fuhr durch eine Absperrung und verletzte einen Feuerwehrmann
  • In Marzahn gab es einen SEK-Einsatz nach häuslicher Gewalt
  • Mitte: Frau bedrohte 19-Jährigen mit Schraubendreher

Berlin. Bei einer Messerstecherei im Berliner Norden ist ein Mann schwer verletzt worden und im Krankenhaus gestorben. Drei weitere Männer wurden in der Nacht zu Dienstag ebenfalls verletzt und in Krankenhäuser gebracht, wie die Polizei mitteilte. Polizisten nahmen drei Verdächtige fest. Hier finden Sie die aktuellen Meldungen von Polizei und Feuerwehr aus Berlin und Brandenburg im Newsblog. Die Blaulicht-News vom Vortag lesen Sie hier.

Blaulicht-News aus Berlin und Brandenburg vom 20. Februar 2024: Adlershof – Mann schlägt Frau in S-Bahn – U-Haft droht

17.02 Uhr: Die Bundespolizei hat am Montag einen Mann festgenommen, nachdem er in einer S-Bahn in Adlershof (Treptow-Köpenick) eine Frau verletzt hatte. Sie wurde in einem Krankenhaus behandelt.

Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, hatte der Mann gegen 12.30 Uhr in der S9 zunächst einen unbekannt gebliebenen Mann homophob beleidigt. Neben weiteren Beschimpfungen sagte er ebenfalls, dass er Frauen hasse. Daraufhin nahm er die Sporttasche einer 31-Jährigen, schleuderte sie durch den Wagen und trat mit dem Fuß dagegen. Die Frau lief dem Mann nach, woraufhin er ihr mit der Faust ins Gesicht schlug.

Das Opfer zog die Notbremse. Der Angreifer konnte zunächst am S-Bahnhof Adlershof flüchten. Kurze Zeit später stellte die Polizei den unter Drogen stehenden 37-Jährigen. Die Beamten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen den Mann ein. Dieser ist bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten polizeilich in Erscheinung getreten. Ein Richter ordnete eine Blutentnahme an. Anschließend brachten ihn Einsatzkräfte in das Zentralgewahrsam der Berliner Polizei. Noch am Dienstag soll die Vorführung vor einem Haftrichter erfolgen.

Galgen in Lübben aufgestellt – Staatsschutz ermittelt

16.43 Uhr: Eine Woche nach einer illegalen Plakataktion gegen Zuwanderung ist in Lübben (Landkreis Dahme-Spreewald) ein Galgen aufgestellt worden. Da eine politische Motivation nicht ausgeschlossen werden könne, ermittelt der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz, wie ein Polizeisprecher am Dienstag auf Anfrage sagte. Demnach stand auf dem Galgen eine rassistische Bezeichnung für schwarze Menschen. Zuvor hatte der RBB über den Vorfall berichtet.

Laut Polizei wurde der Galgen am Montag der Polizei über die Internetwache gemeldet. Als die Polizei in der Parkstraße eintraf, hatte das Ordnungsamt den Galgen bereits abgebaut. Nach Angaben der Polizei plant der Landkreis eine Unterkunft für Asylsuchende in Lübben. In den vergangenen Monaten habe es Versammlungen dagegen gegeben.

Am vergangenen Montag beobachteten Zeugen, wie Plakate unter anderem an Bauzäunen auf dem Grundstück angebracht wurden. Der Inhalt richtete sich demnach gegen Migration in Deutschland. Noch vor Eintreffen der Beamten verschwanden die zunächst Unbekannten. Die Polizei stellte den Angaben zufolge kurze Zeit später zwei Menschen, die ein weiteres Plakat an einem Baum in der Parkstraße anbrachten.

Internationales Geldwäschenetzwerk – bundesweite Razzien und auf Malta

16.17 Uhr: Es geht um ein internationales Geldwäschenetzwerk und organisierte Kriminalität. Um den Beteiligten auf die Schliche zu kommen, hat die Staatsanwaltschaft Berlin am Dienstag in Deutschland, Lettland und Malta Durchsuchungen durchgeführt, wie ein Behördensprecher mitteilte. Ermittelt werde bislang gegen elf Verdächtige im Alter von 31 bis 58 Jahren wegen banden- und gewerbsmäßiger Geldwäsche. Die Ermittler vermuten, dass insgesamt Vermögenswerte im mittleren zweistelligen Millionenbereich gewaschen worden sein könnten. Einer der Hauptverdächtigen wurde nach Angaben des Sprechers im brandenburgischen Lindow festgenommen.

Die Beschuldigten sollen ein Firmengeflecht mit zahlreichen Scheingeschäftsführern aufgebaut haben, um so illegale Geldflüsse vornehmen und die illegale Herkunft des Geldes verschleiern zu können. Die Aktionen sollen spätestens ab Juli 2021 über eine Bank in Malta abgewickelt worden sein. Nach den bisherigen Ermittlungen soll die Gruppe überwiegend von Berlin und Riga aus aktiv gewesen sein, so die Staatsanwaltschaft. Aus ihre Sicht agiert das Netzwerk im Bereich der russisch-eurasischen organisierten Kriminalität.

Den Durchsuchungen gingen nach Angaben der Staatsanwaltschaft umfangreiche Ermittlungen mit Observationen und abgehörten Telefonaten voraus. Seit Dezember 2023 gebe es eine gemeinsame Ermittlungsgruppe zwischen Lettland und Deutschland. Auch Ermittler in Malta sowie der europäischen Polizei- und Justizbehörden Europol und EuroJust seien beteiligt gewesen.

In Deutschland wurden nach den Angaben 58 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht – 51 allein in Berlin, vor allem in Stadtteil Wilmersdorf. Weitere Razzien gab es in Baden-Württemberg (Konstanz) und Sachsen (Leipzig) sowie in den brandenburgischen Orten Neuruppin, Ludwigsfelde und Ruhlsdorf. Rund 460 Polizeikräfte waren daran beteiligt. Parallel gab es in Lettland, überwiegend in Riga, Razzien an etwa 20 Orten, wie es hieß. In Malta seien die Bank durchsucht und Geld auf acht maltesischen Konten gesichert worden. Laut Staatsanwaltschaft wurde Geschäftsunterlagen, Datenträgern und Handys sichergestellt, die nun ausgewertet würden. Etwa vier Millionen Euro hätten bislang mutmaßlichen Betrugs- und Subventionsbetrugstaten zugeordnet werden können.

Duo will Geldautomaten in Weißensee sprengen – und scheitert

15.15 Uhr: Zwei Männer haben am Dienstagmorgen versucht, einen Geldautomaten in einer Bankfiliale an der Charlottenburger Straße in Weißensee (Pankow) zu sprengen. „Nach den bisherigen Untersuchungen kam es nicht zu einer Explosion und auch nicht zur Öffnung des Automaten“, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Das verdächtige Duo sei in unbekannte Richtung geflüchtet sein. Ein Fachkommissariat des Landeskriminalamtes hat die weiteren Ermittlungen übernommen und prüft eventuelle Zusammenhänge mit ähnlichen Taten in der Vergangenheit.

Unbekannte legen S-Bahn in Reinickendorf mit Betonlatten lahm

13.23 Uhr: Unbekannte haben S-Bahnzüge in Reinickendorf mutwillig beschädigt. Am Montagabend überfuhr ein Zug der S-Bahnlinie 25 eine Betonplatte, die auf den Gleisen platziert wurde und trug dabei schwere Schäden davon. Bereits am Sonntag hatte sich dasselbe zwischen den S-Bahnhöfen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik und Alt-Reinickendorf abgespielt. In beiden Fällen kam die S-Bahn zum Stehen, ohne die Fahrt fortsetzen zu können. Beides Mal mussten rund 70 Passagiere die Züge verlassen, verletzt wurde dabei niemand. Die Berliner Polizei hofft nun auf Hinweise über mögliche Täter aus der Bevölkerung. Ermittelt wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

67-Jähriger beleidigt Mutter und Sohn in Spandau fremdenfeindlich

11.30 Uhr: In Spandau wurde gestern ein Jugendlicher Opfer von fremdenfeindlichen Beleidigungen. Der 14-Jährige befand sich auf dem Heinweg von der Schulde im Ortsteil Falkenhagener Feld, als er von einem 67 Jahre alten Anwohner rassistisch beschimpft wurde. Auch die Mutter des Heranwachsenden gab gegenüber der Polizei bei der anschließenden Ermittlung an, von dem Mann bereits zuvor beleidigt worden zu sein.

Mitte: Frau bedroht 19-Jährigen mit Schraubendreher und verfolgt ihn

11 Uhr: Eine Frau hat gestern in Mitte einen 19-Jährigen mit einem Schraubendreher bedroht. In der U-Bahnlinie U2 trafen die beiden zunächst gegen 14.15 Uhr erstmals aufeinander. Dort begann die 27-Jährige den jungen Mann zu bedrohen. Auch als sich der Bedrohte aus der U-Bahn entfernte, folgte die alkoholisierte Frau. Der 19-Jährige wandte sich schließlich an einen Mitarbeiter des polizeilichen Objektschutzes. Eintreffende Polizeibeamte überzeugten die Frau schließlich, den Schraubendreher fallen zu lassen. Bei der anschließenden Festnahme trat und spuckte die Frau nach den Einsatzkräften und verletzte eine Polizeibeamtin leicht. Nach Feststellung ihrer Identität brachten die Einsatzkräfte die alkoholisierte Frau in eine Klinik, wo sie sich einer staatsanwaltlich angeordneten Blutentnahme unterziehen musste und an eine Psychiaterin übergeben wurde. Die weiteren Ermittlungen führt ein Fachkommissariat der Direktion 5 (City).

Marzahn: SEK-Einsatz nach häuslicher Gewalt durch polizeibekannten Täter

10.25 Uhr: Ein Fall häuslicher Gewalt hat gestern einen SEK-Einsatz in Marzahn ausgelöst. Ein 25-Jähriger soll demnach gegenüber seiner 21 Jahre alten Partnerin gewalttätig geworden sein und weitere Drohungen ausgestoßen haben. Gegen 14.30 Uhr trafen Einsatzkräfte der SEK am Tatort ein. Sie waren angefordert worden, weil der polizeibekannte Tatverdächtige mit der Aussage aufgefallen war, sich eine Schusswaffe besorgen zu wollen, um damit auf Polizisten bei einer Kundgebung zu schießen. Außerdem sei der 25-Jährige im Besitz einer Schreckschusswaffe und einer Machete. Bevor die SEK-Kräfte tätig werden mussten, entdeckten Einsatzkräfte den 25-Jährigen in der Nähe des Wohnhauses und nahmen ihn fest. Die Vollstreckung eines richterlichen Durchsuchungsbeschlusses führte zur Beschlagnahme von zwei Schreckschusswaffen, diverser Munition und einer Machete. Der Tatverdächtige wurde einer Gefangenensammelstelle zugeführt und für das weiterbearbeitende Fachkommissariat der Polizeidirektion 5 (City) eingeliefert.

Autofahrerin fährt durch Absperrung und verletzt Feuerwehrmann in Wedding

9.55 Uhr: Eine Autofahrerin ignorierte in der Nacht zu Dienstag einen Löscheinsatz und verletzte einen Feuerwehrmann. Gegen 22.25 Uhr durchbrach die 54-jährige Frau die Absperrungen, die von Brandbekämpfern angesichts einer Rauchentwicklung in der Adolfstraße in Wedding (Mitte) aufgestellt worden waren. Trotz Protesten der eingesetzten Feuerwehrleute und Polizeibeamten bahnte sich die Frau in ihrem Auto den Weg durch den Einsatzort und beschleunigte sogar. Mehrere Einsatzkräfte mussten sich mit einem Sprung von der Fahrbahn in Sicherheit bringen, einer von ihnen wurde leicht angefahren und verletzt. Die hinzugeeilten Polizeibeamten stoppten letztlich das Fahrzeug und behandelten die Fahrerin erkennungsdienstlich. Die Beamten nahmen der Frau den Führerschein ab, setzten sie danach aber wieder auf freien Fuß.

Friedrichshain: Mann geschlagen und homophob beleidigt

8.20 Uhr: Ein 30-Jähriger ist am Montagabend am Mercedes-Platz in Friedrichshain geschlagen und beleidigt worden. Der Mann sagte der Polizei, er sei gegen 22 Uhr vor einem Restaurant von einem Mann auf Russisch angesprochen worden. Als er dem Mann zu verstehen gab, dass er ihn nicht verstehe, habe der Unbekannte ihn ins Gesicht geschlagen und homophob beleidigt. Der 30-Jährige klagte über Schmerzen ins Gesicht, wollte sich aber nicht behandeln lassen. Der Unbekannte verschwand noch vor Eintreffen der Polizei.

Zweijähriges Mädchen bei Unfall in Haselhorst verletzt

8.10 Uhr: Ein zwei Jahre altes Mädchen ist am Montagnachmittag in Haselhorst (Spandau) verletzt worden. Der Polizei zufolge war ein 24-Jähriger gegen 17.30 Uhr mit seinem Transporter aus dem verkehrsberuhigten Bereich der Langer-See-Straße in die Daumstraße gefahren. Dabei fuhr er das Mädchen an, das mit seiner Mutter auf dem Gehweg unterwegs war. Das Kind erlitt einen Knochenbruch an einem Fuß und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Gesundbrunnen: Mann bei Messerstecherei ums Leben gekommen

Polizeibeamte verhafteten nach einer Messerstecherei in Gesundbrunnen an der Koloniestraße mehrere Involvierte.
Polizeibeamte verhafteten nach einer Messerstecherei in Gesundbrunnen an der Koloniestraße mehrere Involvierte.© Pudwell | Morris Pudwell

6 Uhr: In der Nacht auf Dienstag starb eine Person in Gesundbrunnen (Mitte) nach einer brutalen Messerstecherei. Gegen 2.25 Uhr ereignete sich in der Koloniestraße eine Auseinandersetzung, an dessen Ende ein Mann von Einsatzkräften nicht mehr reanimiert werden konnte.

Laut ersten Ermittlungen kam es zu einem Konflikt zwischen mehreren Personen, bei dem mindestens eine Stichwaffe eingesetzt wurde. Die Situation eskalierte derart, dass eine Person so schwer verletzt wurde, dass sie durch den alarmierten Rettungsdienst reanimiert werden musste. Wenig später verstarb das offenbar männliche Opfer trotz aller Rettungsversuche an seinen Stichverletzungen.

Bluttat in der Koloniestraße in Gesundbrunnen.
Bluttat in der Koloniestraße in Gesundbrunnen.© Pudwell | Morris Pudwell

Nach dem Vorfall flüchtete ein Teil der beteiligten Personen in Richtung Osloer Straße. Die Polizei leitete eine Nahbereichsabsuche ein und konnte die mutmaßlichen Täter wenig später an der Drontheimer Straße stellen und festnehmen. Hier wurden auch drei weitere Personen vom Rettungsdienst wegen erlittener Stichverletzungen behandelt. Die Identität des Toten wurde bisher nicht bekannt gegeben, ebensowenig die genauen Hintergründe der Auseinandersetzung. Eine Mordkommission hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

BM/dpa