Ein Berliner Feuerwehrmann hatte Mitte Januar für viel Wirbel gesorgt: Als die protestierenden Bauern mit ihren Traktoren an einer Feuerwache in Wittenau (Reinickendorf) vorbeifuhren, grüßte der Mann die Landwirte mit La-Ola-Wellen und Beifall.
Gibt es für diese Aktion jetzt eine Strafe? Nein, erst mal nicht. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) möchte hingegen mit dem Feuerwehrmann das Gespräch suchen. Aktuell befinde sich der Mann im Urlaub. Spranger wolle aber bald mit ihm sprechen, sagte sie am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. „Mir geht es darum, sich auf Augenhöhe zu begegnen und über die Werte, für die wir gemeinsam stehen und die Normen, die wir uns gegeben haben, auszutauschen.“ Das sei als Konsequenz „angemessen“. Dies als Strafe auszulegen, sei aber weit hergeholt, sagte Spranger halb unernst.
Von der Aktion des Feuerwehrmanns gibt es bei YouTube ein Video, das bislang 28.000-mal abgerufen wurde. Die Berliner Feuerwehr versprach, den Fall zu prüfen.
„Als ich Kenntnis darüber erhalten habe, habe ich mich direkt danach dazu entschieden, mit dem und den Beteiligten darüber zu sprechen“, sagte Spranger. Sie wolle sich über „die Wirkung des Videos und die Auswirkung auf den Berufsstand“ austauschen. Den Vorwurf, dass sie dem Feuerwehrmann mit Strafen gedroht habe, könne sie nicht verstehen: „Ich glaube nicht, dass es so schlimm ist, mit mir in ein Gespräch zu gehen.“
Dass die Berliner Feuerwehr den Fall prüft, sei nach Vorgabe des Disziplinarrechts ihre Pflicht, erklärte Spranger. Die Prüfung dauere jedoch noch an. Nach Angaben von Feuerwehrchef Karsten Homrighausen entspreche es nicht den Erwartungen, dass ein Feuerwehrbeamter derartige Bekundungen im Dienst tätigt. „Wir haben festgestellt, dass es nicht den Werten der Berliner Feuerwehr entspricht.“ Man habe den Fall daraufhin zum Anlass genommen, um die Feuerwehrleute zu sensibilisieren. Homrighausen sei sich mit der Gewerkschaft der Feuerwehr einig, dass es bei einem Gespräch bleiben werde. (dpa/dw)


