Der Termin kam kurzfristig per Twitter. Die Klimaaktivisten von der „Letzten Generation“ luden am Sonnabend um 14 Uhr zu einer Art Kaffeeklatsch zur Klimakrise an die Mauerreste am Potsdamer Platz. Oder wie die Klimakleber es selbstironisch nannten: „Zu Klebkuchen und Punsch“.
Mit einer Einkaufstüte voller Lebkuchen und zwei großen Edelstahl-Getränkespendern aus dem Gastronomiefachbedarf sowie einem Korb voll Tassen kamen sie an. Ihre Hoffnung für den Tag: „Kommt ins Gespräch“. Denn zuletzt schlug der Letzten Generation immer mehr Zorn entgegen, wenn sie in Museen Kunstwerke beschmierten, den Flughafen oder den Verkehr blockierten, wobei zum Teil auch Rettungswagen im Einsatz gehindert wurden.
Polizisten durchsuchen das Gepäck
Doch vor interessierten Passanten zeigten rund zwei Dutzend Polizisten Interesse an den Aktivisten. Sie nahmen die Personalien der Aktivisten auf und durchsuchten deren Gepäck sowie Hosentaschen nach eventuell vorhandenem Sekundenklebertuben. Fündig wurden sie nicht.
Die Stimmung blieb auf beiden Seiten ruhig. Man kennt sich und die Vorgehensweise offenbar auch. Die Letzte Generation hatte die Aktion nicht offiziell anmeldet, konnte sie dann aber spontan bei der Polizei genehmigen lassen.
Viele Interessierte Bürger blieben auf einen Punsch stehen, bekundeten oft sogar Zustimmung zu den grundlegenden Zielen der Klimaaktivsten, wenn auch nicht immer zu deren radikalen Mitteln.
Eine Woche Einzelhaft für Klimaaktivisten

Einer der Aktivisten erzählte, dass er sich in den vergangenen drei Tagen an drei verschiedenen Orten in Deutschland festgeklebt habe. In Bayern, die besonders rigoros gegen die Aktivisten vorgehen, hat er auch schon einmal eine Woche nach einer Klebeaktion in Haft in einer Einzelzelle gesessen. „Aber heute läuft alles ganz legal“, versicherte der Aktivist.
Das stimmte dann aber leider doch nicht: Kurz darauf klebten sich in unmittelbarer Nähe auf Höhe der Potsdamer Straße 2 insgesamt fünf Klimaaktivisten in nördlicher und südlicher Fahrtrichtung auf die Straße und der Verkehr kam komplett zum Erliegen. Die ohnehin anwesenden Polizisten begannen unmittelbar mit dem Ablösen der festgeklebten Aktivisten.
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