Tarifvertrag

Berlins Lehrer streiken sechstes Mal für kleinere Klassen

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Die Lehrkräfte fordern einen Tarifvertrag, in dem die Klassengröße festgeschrieben ist.

Die Lehrkräfte fordern einen Tarifvertrag, in dem die Klassengröße festgeschrieben ist.

Foto: Paul Zinken / dpa

Erst gut vier Wochen ist der letzte Ausstand der Lehrkräfte her. Am 25. November gehen die Pädagogen erneut auf die Straße.

Berlin.  An Berlins Schulen droht erneut Unterrichtsausfall. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin hat die tarifbeschäftigten Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulpsychologen erneut zum Streik aufgerufen. Am Freitag, den 25. November, sollen sie wieder ganztags der Schule fernbleiben. Ziel: der Abschluss eines Tarifvertrags zum Gesundheitsschutz, in dem die Klassengröße an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen verbindlich geregelt wird. Es ist bereits der sechste Warnstreik zu diesem Thema seit 2021.

„Finanzsenator Daniel Wesener verweigert sich weiter, Verhandlungen über einen Tarifvertrag zu führen. Nicht einmal zu einem Gespräch zeigt er sich bereit. Dabei ist das Ziel einer Verkleinerung der Klassen Konsens in der rot-grün-roten Koalition“, erklärte der Vorsitzende der GEW Berlin, Tom Erdmann. Kleinere Klassen trügen durch eine geringere Arbeitsbelastung zum Gesundheitsschutz der Pädagogen bei, so Erdmann. In der Bildungsverwaltung reagierte man mit Unverständnis auf den erneuten Streik. Angesichts des bundesweiten Lehrermangels sei die Forderung nach kleineren Klassen „nicht realitätsnah“, hieß es.

Finanzverwaltung hält an bisheriger Linie fest

Auch die Finanzverwaltung sieht keinen Spielraum für Verhandlungen. Berlin habe das Anliegen eines „Tarifvertrags Gesundheitsschutz“ im November 2021 in die TdL-Mitgliederversammlung eingebracht. „Allerdings sprach sich dort eine Mehrheit dafür aus, an der bisherigen Linie festzuhalten und keine Verhandlungen zu Fragen der Personalbemessung zu führen“, so ein Sprecher. „Berlin hat damit kein Mandat für entsprechende Tarifverhandlungen.“

Der Landeselternausschuss hat hingegen Verständnis für den Ausstand geäußert. „Wir haben beschlossen, die Forderung der GEW zu unterstützen“, sagte Landeselternsprecher Norman Heise. Die Forderung nach kleineren Klassen sei nachvollziehbar. Die FDP betonte, dass die Forderung der GEW nur umgesetzt werden könne, wenn sich an der Situation der Berliner Schulen grundlegend etwas ändere. „Berlin muss endlich den Lehrermangel bekämpfen. Damit kommt mehr Lehrpersonal in die Hauptstadt, was am Ende zu kleineren Klassen führen wird“, so Paul Fresdorf, bildungspolitischer Sprecher der FDP.

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( dol )