Sprengplatz Grunewald

Großbrand Grunewald: Laut Polizei kein Hinweis auf Straftat

| Lesedauer: 3 Minuten
Schwarzer Rauch steht über Berlin: Nach mehreren Explosionen auf dem dortigen Sprengplatz am 4. August standen Teile des Grunewalds in Flammen.

Schwarzer Rauch steht über Berlin: Nach mehreren Explosionen auf dem dortigen Sprengplatz am 4. August standen Teile des Grunewalds in Flammen.

Foto: Beate Schleep / dpa

Die Polizei sieht derzeit „keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden“ für den Großbrand im Grunewald Anfang August.

Berlin. Die Berliner Polizei geht nicht davon aus, dass der Großbrand auf dem Sprengplatz im Grunewald mutwillig verursacht wurde. „Es gibt derzeit keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden in der Form, dass jemand von außen eindrang und eine Manipulation vorgenommen hat“, sagte Vize-Polizeipräsident Marco Langner am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. „Das können wir mit großer Wahrscheinlichkeit ausschließen.“

Am Mittwoch solle dazu ein externer Ermittler den Sprengplatz begehen und mit der Ursachenforschung beginnen, so Langner weiter. Dieser sei zuvor vom Landes- (LKA) und Bundeskriminalamt (BKA) sowie vom Bundesamt für Materialforschung (BAM) benannt worden. Konkrete Hinweise zu den Ursachen gebe es noch nicht. Zuletzt wurde über technische Defekte oder selbstentzündliche Materialien etwa in Akkus spekuliert. Mit dem externen Gutachter möchte man Vorwürfen, die Berliner Polizei könne bei den Ermittlungen befangen sein, begegnen.

Der Großbrand brach vor einem Monat am frühen Morgen des 4. August aus. Ein Mitarbeiter des Zentralen Objektschutzes (ZOS) der Polizei bemerkte gegen 3.15 Uhr einen Feuerschein am Asservatenlager und dann die erste Detonation. Diese habe sich, wie auf mehreren Videos zu sehen, zu einem „klassischen Silvesterfeuerwerk über dem Sprengplatz“ entwickelt, woraufhin die erste große Explosion folgte, so Langner weiter. Der Wachmann habe Alarm geschlagen und geistesgegenwärtig auch die Berieselungsanlage angestellt, die sonst tagsüber Teile des Geländes kühle.

Innensenatorin Spranger hält an Standort Grunewald fest

Derweil hielt Innensenatorin Iris Spranger erneut am Standort des Sprengplatzes im Grunewald fest. „Wir haben seit Jahren nach Alternativen gesucht, diese Alternativen gibt es aber nicht“, sagte die SPD-Politikerin. Diese gebe es auch nicht im Berliner Umland. „Man müsste in Brandenburg einen Sprengplatz finden, der erstmal die Voraussetzungen hat, die wir jetzt schon im Grunewald haben.“

So sei der Berliner Sprengplatz von Mischwald umgeben, in Brandenburg seien es vor allem deutlich brandgefährdete Kiefernwälder, so Spranger weiter. Außerdem sei es mit einem großen Risiko verbunden, tagtäglich Weltkriegsmunition aus der Stadt heraus und durch den dicht besiedelten Speckgürtel zu fahren.

Die Senatorin verwies dabei auf die schiere Menge an Weltkriegsmunition, die in Berlin geborgen wird – im Jahr 2021 insgesamt 52 Tonnen. Im Schnitt muss der Kampfmittelräumdienst zwei Mal am Tag ausrücken. Das Fundaufkommen würde wahrscheinlich „durch die massive Bautätigkeit“ in den kommenden Jahren noch steigen. Die CDU plädiert für eine Verlegung nach Brandenburg.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) springt Innensenatorin Spranger derweil bei, „Wir stehen zum Sprengplatz Grunewald, weil wir momentan keine Alternative sehen“, sagt der Berliner Landesvorsitzende Stephan Weh. Für das in der Hauptstadt anfallende Munitionsaufkommen gebe es woanders keine Kapazitäten. „Statt über den Standort zu diskutieren, sollte man sich mal die baulichen Mängel ansehen und die Brandschutzmaßnahmen endlich an die Gegebenheiten und Gefahren der heutigen Zeit anpassen.“

Feuer im Grunewald: