Waldbrand

Brand im Grunewald – Jetzt ermittelt die Polizei

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Aufräumarbeiten im Grunewald: Dazu müssen auch Kilometer an Schläuchen wieder eingesammelt, aufgerollt und verstaut werden.

Aufräumarbeiten im Grunewald: Dazu müssen auch Kilometer an Schläuchen wieder eingesammelt, aufgerollt und verstaut werden.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Nach einer Woche kann die Feuerwehr Entwarnung geben – die Brände sind gelöscht. Jetzt ermittelt die Polizei die Ursache der Katastrophe

Berlin.  Eine Woche nach Beginn des Brandes im Grunewald scheint sich die Lage beruhigt zu haben. Zwar gibt es nach Angaben der Feuerwehr immer noch vereinzelte Glutnester, von denen gingen aber keine Gefahr mehr aus, heißt es. Der Waldbrand an sich sei gelöscht. Jetzt gilt es, den Grund für den Ausbruch des Feuers zu ermitteln.

Die Löschhubschrauber der Bundespolizei fliegen nicht mehr, Fahrzeuge und auch Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden abgezogen. „Seit Mittwochmittag sind wir dabei die unzähligen Kilometer Schlauch einzusammeln“, sagt ein Feuerwehr-Sprecher. Dabei würden auch Auszubildende der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie unterstützen. Ein kleines Kontingent von zwei bis drei Fahrzeugen und etwa 50 Feuerwehrleuten und Helfern vom Technischen Hilfswerk (THW) werden aber für den Fall neuer Brände vor Ort bleiben. In den kommenden Tagen würden sie die angrenzenden Waldbereiche noch bestreifen und, wenn nötig, löschen, wie es heißt. In den insgesamt 180 Stunden des Einsatzes waren Kräfte von fast allen Berufs- und Freiwilligen Feuerwachen aus dem gesamten Stadtgebiet Berlins im Grunewald tätig.

Feuerwehr hat den Sprengplatz im Grunewald wieder an Polizei übergeben

Da von dem Areal keine große Gefahr mehr ausgeht, hat die Feuerwehr das Gebiet wieder an die Polizei übergeben. „Aus der Feuerwehrlage wird dann wieder eine Polizeilage“, hieß es in den formalen Bezeichnungen der Behörden. Experten der Polizei betraten den Sprengplatz am Donnerstag – das war vorher wegen der Explosionsgefahren gar nicht möglich. Lediglich ein Sprengmeister war mit einem gepanzerten Fahrzeug vor Ort, um die Lage einzuschätzen und so die Grundlage für weitere Maßnahmen zu liefern.

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Auf dem Sprengplatz der Polizei lagerten um die 30 Tonnen geborgener Munition aus dem Zweiten Weltkrieg und dazu mehrere Hundert Kilogramm pyrotechnische Erzeugnisse – teils illegales Silvesterfeuerwerk. Zweimal im Jahr werden dort jeweils für mehrere Tage kontrollierte Sprengungen angesetzt. Die finden aufgrund der im Sommer höheren Waldbrandgefahr im Frühjahr und im Herbst statt. Und das aus gutem Grund, wie sich jetzt zeigte.

Brandermittler ermitteln im Grunewald auch in Richtung Brandstiftung

Wie genau die Arbeiten auf dem von Explosionen und Feuer verwüsteten Gelände dann weitergehen, war auf Nachfrage bei der Polizei am Donnerstag noch nicht klar. Kriminaltechniker seien jetzt erst einmal damit beschäftigt, Munition und andere Sprengkörper zu untersuchen, einzusammeln und unschädlich machen. Patronen waren bei dem Brand vor einer Woche durch Detonationen herumgeschleudert worden, einige alte Weltkriegsbomben wurden aus Halterungen gerissen. Das hat die Lage vor Ort so gefährlich gemacht. Die Feuerwehr war daher mit Löschrobotern vor Ort, um den Boden zu bewässern und somit zu kühlen.

Brandermittler des Landeskriminalamtes (LKA) haben ebenfalls die Arbeit aufgenommen und wollen klären, wie es zum Ausbruch des Feuers kam und ob es möglicherweise Brandstiftung war. Das Gelände muss wohl auch gesichert und bewacht werden, um zu verhindern, dass Schaulustige oder Munitionssammler es betreten.

Auf- und Abfahrt Hüttenweg bleiben weiterhin gesperrt

Die A115 (Avus) – eine wichtige Verbindung zwischen Brandenburg und dem Südwesten der Hauptstadt – ist seit Mittwochabend gegen 21.15 Uhr wieder offen. Fast eine Woche war die Strecke zwischen dem Autobahndreieck Funkturm und dem Kreuz Zehlendorf auf einer Länge von elf Kilometern in beiden Richtungen gesperrt. Auch die Havelchaussee zwischen der Spanische Allee und Wilhelmstadt sowie der der Kronprinzessinnenweg sind wieder befahrbar. Die Zu- und Abfahrt Hüttenweg muss allerdings weiterhin gesperrt bleiben – auch, weil die Feuerwehr dort ihre Ausrüstung lagert. Die angrenzenden Waldgebiete rund um den Sprengplatz dürfen auch in den nächsten Tagen nicht betreten werden. Wann diese Sperrungen aufgehoben werden können, könnte nach Angaben einer Polizei-Sprecherin nicht verlässlich gesagt werden. Am Donnerstagabend sah es noch so aus, als wenn mit einer Öffnung in den nächsten Tagen nicht zu rechnen ist.


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( mit dpa )