Das 9-Euro-Ticket kommt - das 0-Euro-Ticket nicht. Am Freitag müssen die Bundesländer noch im Bundesrat die Regeln für das 9-Euro-Ticket, mit dem Fahrgäste ab Juni bundesweit im Nah- und Regionalverkehr reisen können, beschließen. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) glaubt jedoch nicht an ein Scheitern des Projektes: „Wir sind an einem Punkt, wo niemand ein Interesse daran haben kann, dass das scheitert“, sagte Giffey.

Weitere Angebote wie etwa ein Nulltarif in Berlin anstatt des verwaltungstechnisch eher aufwendigen 9-Euro-Tickets oder eine Verlängerung der vom Bund angeregten und finanzierten Vergünstigung über die geplanten drei Monate hinaus werde es aber nicht geben, kündigte Mobilitätssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) am Dienstag an.

9-Euro-Ticket ab Samstag an BVG-Automaten und in S-Bahn-Verkaufsstellen verfügbar

Spätestens ab kommenden Montag soll in Berlin das 9-Euro-Monatsticket bei den Verkehrsunternehmen in Berlin und Brandenburg im Verkauf sein, so Jarasch. Von der BVG hieß es, man werde sogar schon ab Sonnabend das verbilligte Ticket an Fahrscheinautomaten, in Fahrgastzentren und in der BVG-App verkaufen. Auch die S-Bahn will das Ticket ab Sonnabend in den Kundenzentren und allen weiteren Verkaufsstellen anbieten. An den Automaten der S-Bahn wird es allerdings erst ab Montag, 23. Mai, verfügbar sein.

Alles sei vorbereitet, die Unternehmen seien bereit für den Verkaufsstart am kommenden Montag, sagte ein Sprecher des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB). Die Tickets könnten dann online oder über die Fahrkartenautomaten erworben werden. Bislang hatte der Verband den Start für die zweite Maihälfte angekündigt.

Für neun Euro bundesweit im öffentlichen Nahverkehr unterwegs

Mit dem geplanten Monatsticket können die Fahrgäste für neun Euro bundesweit im öffentlichen Nahverkehr umherfahren - in allen Städten und über alle Verbundgrenzen hinweg. Die Fahrkarten können dann auch bei anderen Verkehrsunternehmen wie etwa der Deutschen Bahn online oder am Schalter gekauft werden. Viele Verbünde haben bereits angekündigt, ebenfalls am 23. Mai mit dem Verkauf starten zu wollen.

Die Sondertickets sollen für Juni, Juli und August angeboten werden - für jeweils 9 Euro im Monat und damit viel weniger als bei normalen Monatskarten. Dies ist Teil des Entlastungspakets, mit dem die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP auf die hohen Energiepreise reagiert. Zugleich soll es ein Schnupperangebot sein, um mehr Kunden für Busse und Bahnen zu gewinnen.

jof/dpa