Werbe-Aktion

BVG verkauft essbares Hanfticket

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Das Hanfticket der BVG in einer Szene aus dem neuen Werbeclip der Berliner Verkehrsbetriebe.

Das Hanfticket der BVG in einer Szene aus dem neuen Werbeclip der Berliner Verkehrsbetriebe.

Foto: BVG

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben etwas gegen den Vorweihnachts-Stress: ein essbares 24-Stunden-Ticket mit Hanföl.

Berlin. Die unkonventionellen Werbe-Videos der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben längst Tradition. Seit dem Clip zu "Is mir egal" mit Kazim Akboga veröffentlicht die BVG regelmäßig skurrile Filmchen, in denen sich die Macher die oft sehr speziellen Verhältnisse im Berliner Nahverkehr vorknöpfen.

Am Montagvormittag hat die BVG nun ein neues Video veröffentlicht - und damit zugleich den Verkauf eines neuen Produktes gestartet: Es geht um ein essbares "Hanfticket", das als 24-Stunden-Ticket im Tarifbereich AB nutzbar und ab sofort für 8,80 Euro in allen BVG-Kundenzentren erhältlich ist, allerdings nur bis bis zum 17. Dezember und solange der Vorrat reicht. Ausgenommen ist das Kundenzentrum in Spandau.

Das Ticket gilt an dem jeweiligen angegebenen Aktionstag von 0 bis 24 Uhr und ist bereits entwertet. Es ist nur im verpackten Zustand gültig.

hanfticket bvg

Ein BVG-Sprecher bestätigte am Montagvormittag die Echtheit der Aktion: "Ist wirklich von uns, mit einem Augenzwinkern", so der Sprecher.

Ganz offensichtlich spielen die Macher mit der Aktion auf die bevorstehende Legalisierung von Cannabis in Deutschland und den Hype um Produkte mit Cannabidiol (CBD) an. Die Werbeaktion ist eine Kooperation zwischen BVG und dem Berliner Unternehmen Sanity Group, das unter der Marke Vaay CBD-Produkte vertreibt.

Hanfticket der BVG: Aus der "Sonderfahrt" wird der "Cannabus"

Der Clip entwirft in knappen Szenen ein Panorama der stressigen Berliner Vorweihnachtszeit und lässt einen BVG-Busfahrer zu Wort kommen, der was "zum Runterkommen" braucht. Das Video führt ihn zu einem Bauernhof, der sich als Cannabis-Plantage entpuppt. Und aus der BVG-"Sonderfahrt" wird so plötzlich der "Cannabus".

In der nächsten Szene wird ein Drogenlabor inszeniert, in der die Forscherinnen und Forscher das Hanfticket aus Esspapier präsentieren. Es sei ein "Ticket, das dich nicht nur heim-, sondern vielleicht auch ein bisschen runterbringt."

Bei dem Ticket, so wird es auf der eigens eingerichteten Website erklärt, handele es sich um "ein mit Hanföl beträufeltes, komplett essbares Ticket der BVG". Und weiter heißt es: "Damit kommst du den ganzen Tag entspannt durch Berlin und kannst im Anschluss auch noch deinen Weihnachtsstress samt Ticket einfach runterschlucken. Denn dem aus den Samen der Cannabispflanze gewonnen Hanföl wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Klingt gut, oder? Und ist obendrein auch noch komplett legal."

Was die ganze Aktion soll? Dazu schreibt die BVG: "Weil ihr vor Weihnachten schon genug Stress habt, könnt ihr wenigstens auf eurem Weg von A nach B ein bisschen abschalten: in unseren Bussen und Bahnen. Und um dann noch den restlichen Weihnachtsstress zu verdauen, gibt’s von uns das Ticket, das euch nicht nur heim-, sondern vielleicht auch runterbringt."

BVG: "Wir sind gegen jegliche Art von Drogenkonsum"

Auch eine weitere naheliegende Frage wird beantwortet: ob die BVG für die Legalisierung von Cannabis sei. Dazu heißt es: "Wir sind gegen jegliche Art von Drogenkonsum – egal, ob illegal oder legal. Deshalb gilt in allen Fahrzeugen und Bahnhöfen der BVG ein striktes Drogen- und Alkoholverbot. Aber: Wir sind für einen offeneren Umgang mit völlig unbedenklichen Stoffen. Und deshalb möchten wir euch das Hanföl mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen nicht vorenthalten."

Die ersten Reaktionen auf das BVG-Hanfticket sind durchweg positiv. Innerhalb weniger Minuten wurde der Clip bei Youtube, Facebook, Twitter und Co. tausendfach angeklickt. Und in den Kommentaren zeigen sich die Nutzer von der verrückten Idee begeistert.

( bee )