Die deutsche Immobilienwirtschaft hofft auf ein rasches juristisches Ende des am Sonntag in Kraft getretenen Berliner Mietendeckels. Er setze seine Hoffnung auf eine Korrektur "dieser Fehlleistung" durch die von CDU und FDP im Bundestag angekündigte Normenkontrollklage, teilte der Präsident des Branchenverbands Zentraler Immobilienausschuss (ZIA), Andreas Mattner, am Sonntag mit.

Das Gesetz, mit dem die Bundeshauptstadt die Mieten für fünf Jahre einfriert, sei ein Zeichen für den Abstieg Berlins als Metropole. Internationale Investoren hätten sich bereits von Bauabsichten in Berlin zurückgezogen, berichtete Mattner. "Ich werde nicht müde zu sagen, dass Menschen, die nach Berlin kommen wollen, noch schwieriger eine Wohnung finden werden als bisher. Einkommensschwache Mieter konkurrieren dann mit einkommensstarken Mietern um die Restbestände", warnte er.

Der ZIA spricht als Spitzenverband unter anderem für 28 Verbände und 37 000 Unternehmen der deutschen Immobilienwirtschaft.

Der Mietendeckel Berlin ist am Sonntag in Kraft getreten. Noch immer sind viele Fragen offen. Aus Sicht von Wohnungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) hingegen bringe der Mietendeckel "das aus den Fugen geratene Mietniveau in Berlin wieder in eine Balance". Der neue Vorstand der Deutsche Wohnen, Henrik Thomsen, rät Mietern, Geld zurückzulegen. Im Interview mit der Berliner Morgenpost sagt er zudem: "Wir werden genau das machen, was das Gesetzt vorsieht."

dpa