Die Eltern der Schüler an der Friedrichshainer Hausburgschule sind verärgert. Auf den ersten Schultag datiert, haben sie einen Protestbrief an Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) geschrieben, der der Berliner Morgenpost vorliegt. Sie bemängeln, dass die Arbeiten mit Presslufthämmern an der Fassade auch am ersten Schultag fortgesetzt werden.

Baulärm verhindere Gespräche im Gebäude und auf den Schulhöfen. Überall sei Feinstaub, was bei Kindern und Erwachsenen zu Husten und anderer Beeinträchtigung der Atemwege geführt habe. Fazit: In der Schule würden mindestens in der ersten Schulwoche alle Klassen aufgrund der Sanierungsarbeiten Ausflüge unternehmen. „Die Pädagogen versuchen so, sich und unsere Kinder vor den Schäden zu schützen!“ Seitens des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg zeigte man Verständnis. Schulamt, bezirklicher Hochbau und Schule arbeiteten mit Hochdruck an einer Lösung, so eine Sprecherin. Während der Ferien wurde im Bezirk an 20 Schulen gebaut.

Doch auch am Dienstag noch keine Besserung an der Hausburgschule. "Die Situation wird noch zwei Tage dauern", sagte Schulleiter Stephan Matthies der Berliner Morgenpost. Mindestens bis Mittwoch werden die Beeinträchtigungen also anhalten. "Wir tun unser Möglichstes, die Kinder entsprechend zu beschulen", so Matthies. Konkret bedeute dass, das Klassen, die von Baulärm oder Staubbelastung betroffen sind, zum Beispiel die Räume tauschen. "Oder außerschulische Lernorte werden aufgesucht. Je nachdem, was zugänglich ist, zum Beispiel ein Museum oder der Tierpark. Das entscheiden die Lehrer individuell." Diese Maßnahmen seien "ein komplexes Unterfangen". "Wir sehen zu, dass wir die Bereiche meiden, wo Schüler noch Lärm und Staub ausgesetzt wären", sagte Stephan Matthies.

Zwei andere Schulen müssen erst noch gereinigt werden

Zwei Grundschulen mussten in Charlottenburg-Wilmersdorf zum Schulbeginn noch geschlossen bleiben: die Lietzensee-Grundschule in Charlottenburg und die Judith-Kerr-Grundschule in Schmargendorf. Zwar waren die Baumaßnahmen in beiden Schulen rechtzeitig abgeschlossen. Wegen der Reinigungsmaßnahmen konnte in den Schulhäusern aber noch nicht unterrichtet werden.

Die Lehrkräfte haben nach Angaben der Stadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) ihre Schüler am ersten Schultag im Schulhof beziehungsweise im Lietzenseepark unterrichtet. Wegen der starken Auslastung sind an einigen Schulen wie zum Beispiel der Grunewald-Grundschule Container im Schulhof aufgestellt worden. Insgesamt aber zieht Schmitt-Schmelz ein positives Fazit: „Alle Bauarbeiten wurden planmäßig beendet.“

Grundschülern in Pankow fehlt noch der Schulhof

An der Tesla-Schule in Pankow mussten die Kinder unterdessen am Montag auf einen der beiden Schulhöfe verzichten. Eigentlich sollten die Arbeiten am Hof für die Grundschüler bis zu den Sommerferien beendet werden. Aber jetzt graben hier immer noch Bagger. „Eine Katastrophe“, ärgert sich die Schulleiterin Maja Wessolowski über die Verzögerung. Grundschüler tummeln sich nun in den Pausen mit den Schülern der Sekundarschule II auf deren Hof.

Doch bei den Klassenzimmern ging die Rechnung in der Tesla-Schule – wie in allen Pankower Lernorten – auf. Dass keine Platzprobleme entstanden sind, verdankt man einer Punktlandung. „Wir haben rechtzeitig vor den Ferien im Juni unseren Erweiterungsbau bezogen“, sagt Wessolowski. Das neue Gebäude entstand in modularer Bauweise und bietet Platz für 18 Klassen und zwei Willkommensklassen. Obwohl man zwei zusätzliche erste Klassen und drei neue siebte Klassen unterbringen musste, lief der erste Schultag deshalb „entspannt und geordnet.“

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BM