5 Millionen Euro Schaden

Auf Berliner Baustellen wird immer mehr gestohlen

Die Baustellen-Diebe verursachen Millionenschäden bei den Unternehmen. Sie fordern eine größere Präsenz von der Polizei.

Auf Baustellen haben es Diebe vor allem auf Maschinen und Werkzeug abgeshen

Auf Baustellen haben es Diebe vor allem auf Maschinen und Werkzeug abgeshen

Foto: pa

Berlin.  Diebe haben im vergangenen Jahr auf Baustellen in Berlin Beute im Wert von 5,1 Millionen Euro gemacht. Das geht aus Zahlen der Polizei hervor, die der Berliner Morgenpost vorliegen. Demnach zählten die Ermittler einen Anstieg der Delikte: Insgesamt seien 2017 aus Neubauten, Rohbauten, Baubuden oder von Baustellen 2271 Diebstähle gemeldet worden. Ein Jahr zuvor lag die Zahl der Fälle noch bei 2033. Die Bauindustrie schlägt nun Alarm. „Im vergangenen Jahr ist nahezu jedes Mitgliedsunternehmen unseres Verbands vom Klau am Bau betroffen gewesen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrie-Verbandes Berlin-Brandenburg, Robert Momberg.

Im Visier der Diebe stehen vor allem Werkzeug und Baumaschinen – aber auch Material. „Es wird alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest ist“, klagte Momberg. Mitunter lassen die Täter auch Treibstoff aus Maschinen und Fahrzeugen ab und stehlen sogar bereits eingebaute Baumaterialien. Die Diebe gingen dabei immer professioneller vor und würden in den seltensten Fällen gefasst, sagte der Verbandsgeschäftsführer.

Tatsächlich ist es der Berliner Polizei im vergangenen Jahr nur in 6,4 Prozent der Fälle gelungen, die Täter festzusetzen. Die Aufklärungsquote ging damit leicht um 1,2 Prozent zurück. Die Berliner Polizei beklagt, dass es den Kriminellen zu leicht gemacht würde. Das Diebesgut sei häufig innerhalb weniger Minuten von Baustellen abzutransportieren. „Nach dem Diebstahl wird die Tatbeute verkauft, vermutlich häufig auch im Ausland“, sagte Polizei-Sprecher Winfrid Wenzel.

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Immer mehr Unternehmen in Berlin investieren nach Angaben des Bauindustrieverbands in die Sicherheit auf den Baustellen. Viele Firmen arbeiten dabei mit Sicherheitsdiensten zusammen. Auf einigen Bauplätzen in der Hauptstadt seien aber auch Überwachungskameras installiert.

Polizei wünscht sich mehr Sicherheitsvorkehrungen

Teure Geräte und Fahrzeuge seien zudem mit GPS-Technik ausgestattet. So könne nach dem Diebstahl immerhin der Weg des Diebesguts verfolgt werden. Der Polizei geht das Engagement der Betriebe in vielen Fällen aber immer noch nicht weit genug. Bereits seit einigen Monaten versuchen die Ermittler, Bauunternehmen in Berlin mithilfe eines Flyers zu sensibilisieren. Werkstattwagen etwa sollen so zu Hochsicherheitsfahrzeugen werden. Betriebe sollten die Autos mit zusätzlichen Schlössern, blickdichter Folie oder auch mit einer Alarmanlage ausstatten lassen. Die Polizei weist die Firmen zudem darauf hin, Inventarlisten zu führen, um nach einem Diebstahl genaue Angaben zu den gestohlenen Gegenständen machen zu können.

„Die Unternehmen tun bereits vieles, um ihre Baustellen vor Diebstahl zu schützen“, entgegnete der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes, Robert Momberg. Doch gegen die kriminelle Energie der oft organisiert handelnden Diebesbanden seien die Betriebe häufig machtlos. „Natürlich benötigen wir eine deutliche Verstärkung der Polizeipräsenz“, sagte Momberg weiter. Der Kriminalität könnten die Firmen nur gemeinsam mit der Polizei begegnen, so der Verbandsvertreter.

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