Wohnen in Berlin

In Spandau entsteht an der Havel ein neues Wohnquartier

Um die alten Heeresspeicher an der Havel entstehen in Spandau 800 Wohnungen. Die Entwickler investiert 220 Millionen Euro.

In die alten Speicher an der Havel im Spandauer Ortsteil Hakenfelde sollen Lofts und Ateliers kommen

In die alten Speicher an der Havel im Spandauer Ortsteil Hakenfelde sollen Lofts und Ateliers kommen

Foto: BUWOG Group / Claudia Hechtenberg

Berlin.  Über die alten Speicher des früheren Heeresverpflegungsamtes an der Parkstraße im Spandauer Ortsteil Hakenfelde ärgern sich Anwohner seit Jahren. Die drei Gebäude aus den 30er-Jahren verfallen, die Scheiben sind eingeworfen, die Fassaden mit Graffiti übersät, auf den Dächern und in den Regenrinnen machen sich Bäumchen und Gräser breit. Nach dem Verkauf durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) wechselte das 4,7 Hektar große Areal vis-à-vis der Insel Eiswerder wiederholt den Besitzer. Nun will die deutsch-österreichische Entwicklungsgesellschaft Buwog das historische Gelände an der Havel zum Wohnquartier machen.

800 Wohnungen seien dort geplant, bestätigte Buwog-Sprecher Michael Divé der Berliner Morgenpost. Dazu sollen die historischen Speicher aus den Jahren 1939 bis 1941 umgebaut und durch Neubauten ergänzt werden. Ein nahezu fensterloser Silo ist für Lofts und Künstlerateliers im Gespräch. Möglicherweise wird er aber auch abgerissen und durch einen Neubau mit ähnlicher Anmutung wie die Nebengebäude ersetzt. „Wir sind noch ganz am Anfang mit unseren Planungen“, sagte Divé. Es gebe Gespräche mit der Denkmalbehörde. Die alten Lagerhallen auf dem Gelände werden derzeit abgerissen. Wie viele Neubauten neben den Speichern einmal errichtet werden, sei derzeit aber noch nicht festgelegt.

Rund ein Drittel der neuen Wohnungen sollen als Eigentum verkauft, der Rest vermietet werden. Auch eine neue Kita will der Entwicklungsträger, der in Berlin bereits durch Neubauprojekte wie „52 Grad Nord“ in Grünau oder „The One“ in der Europacity in Mitte bekannt ist, errichten. Die Investitionssumme für das Projekt Parkstraße in Spandau beziffert die Buwog auf rund 220 Millionen Euro.

Bürgermeister erwartet in den kommenden Jahren Bauboom

Einen Bebauungsplan für das Gelände gibt es bereits seit 2006. Anfang 2018 will die Buwog erste Bauanträge stellen und im Herbst kommenden Jahres dann mit den Bauarbeiten beginnen. Fertiggestellt sein soll das neue Viertel an der Parkstraße im Jahr 2021. Der Speicherstandort an der Parkstraße ist nur eines von vielen Neubauvorhaben in Spandau. Nachdem in der Berliner Innenstadt Bauflächen knapp werden, scheint auch Berlins westlichstem Randbezirk ein Bauboom bevorzustehen. Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) erwartet „eine wahnsinnige Bautätigkeit“.

In den nächsten zehn Jahren würde eine Milliarde Euro in Spandau investiert, darunter allein 300 Millionen Euro für Schulen. Ein „hoher dreistelliger Millionenbetrag“ werde in Wohnungsbauprojekte fließen, prognostiziert Kleebank. Nördlich der Buwog-Fläche an der Parkstraße sind an der Goltz- und Mertensstraße bereits die Pepitahöfe in Bau. Zwei städtische Wohnungsbaugesellschaften errichten dort für rund 200 Millionen Euro 1024 neue Wohnungen. Am anderen Havelufer, in Haselhorst, plant die städtische Gewobag 2000 neue Wohnungen am „Havel­eck“. Auf der Gewerbeinsel Gartenfeld in Siemensstadt will das Land Berlin Baurecht für bis zu 4000 Wohnungen schaffen.

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