U-Bahnhof

Schönleinstraße - Haftbefehl gegen Verdächtige erlassen

Die sieben jungen Männer wurden mit Fahndungsfotos gesucht. Sie sollen versucht haben, in einer U-Bahnstation einen Mann zu verbrennen.

Diese jungen Männer werden nun von der Mordkommission verhört

Diese jungen Männer werden nun von der Mordkommission verhört

Sechs der jungen Männer, die einen Obdachlosen angezündet haben sollen, haben sich der Polizei gestellt. Der siebte wurde von Zivilfahndern festgenommen.

Die meisten der 15 bis 21 Jahre alten Männer hätten sich seit Montagabend bei verschiedenen Dienststellen gemeldet, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Bei den Männern handelt es sich um sechs syrische und einen libyschen Staatsangehörigen, bestätigte die Polizei der Berliner Morgenpost.

Unbekannte wollten Obdachlosen in Neukölln anzünden

Die Männer sollen in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag im U-Bahnhof Schönleinstraße die Kleidungsstücke des 37-jährigen Obdachlosen angezündet haben. Der Mann schlief auf einer Bank. Er blieb unverletzt, weil Passanten eingriffen.

Die Tatverdächtigen würden nun von einer Mordkommission vernommen, sagte die Sprecherin. „Wir wissen, wer der Hauptverdächtige ist. Es handelt sich um den 21-Jährigen“, erklärte der Vize-Chef der Pressestelle der Berliner Polizei, Thomas Neuendorf, im radioeins von RBB.

Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der Berliner Morgenpost sagte, sei inzwischen gegen alle Verdächtigen Haftbefehl beantragt worden, über den noch am Dienstag entschieden wurde. Ein Richter erließ gegen alle Verdächtigen Haftbefehl wegen versuchten gemeinschaftlichen Mordes. Alle sieben kamen laut Staatsanwaltschaft zwischen 2014 bis 2016 als Flüchtlinge nach Deutschland. Manche haben einen Aufenthaltsstatus, ein Teil befindet sich in laufendem Asylverfahren. Sechs der sieben Verdächtigen sind bereits strafrechtlich aufgefallen – unter anderem wegen Körperverletzung.

Obdachloser angezündet – Polizei sucht Täter mit Bildern

Die Polizei hatte am Montag Fahndungsbilder und ein Video veröffentlicht, auf denen die Gesuchten in einer U-Bahn zu sehen waren. Vom schnellen Fahndungserfolg hatten zunächst die Zeitungen „Bild“ und „B.Z.“ berichtet.

„Wenn man die Bilder gesehen hat, hat man auch erkannt, das ist eine sehr, sehr gute Qualität“, sagte Neuendorf. Dies habe dazu geführt, dass sich sechs Tatverdächtige gestellt haben. Zunächst hatte es geheißen, alle sieben Verdächtigen hätten sich bei der Polizei gemeldet.

Die Veröffentlichung von Fahndungsfotos dauert oft Monate

Die jungen Männer waren nach dem Angriff mit einer U-Bahn geflüchtet. Der U-Bahnhof Schönleinstraße an der Grenze der Stadtteile Kreuzberg und Neukölln wird mit Videokameras überwacht. In früheren Fällen hatte die Polizei Video-Aufnahmen in der Regel erst Monate nach den Taten veröffentlicht. Dies hatte Kritik ausgelöst.

Im Fall des "U-Bahn-Treters" vergingen Wochen ehe die Bilder aus einer Überwachungskamera an die Öffentlichkeit gelangten. Kurze Zeit nach der Veröffentlichung wurde der Täter identifiziert und konnte festgenommen werden.