Sperrung bei der Stadtbahn

Keine S-Bahn zwischen Friedrichstraße und Alex

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Thomas Fülling
Gesperrt ist die Strecke am Abend und in der Nacht jeweils ab 22 Uhr, allerdings nur montags bis donnerstags.

Gesperrt ist die Strecke am Abend und in der Nacht jeweils ab 22 Uhr, allerdings nur montags bis donnerstags.

Foto: dpa

Schlechte Nachrichten für S-Bahnnutzer: Im Berliner Netz wird weiter kräftig gebaut. Jetzt ist die östliche Stadtbahn dran.

Kaum ist die vierwöchige S2-Vollsperrung im Norden Berlins beendet, da müssen sich die S-Bahnkunden auf neue Einschränkungen einstellen. Betroffen ist nun wieder die Stadtbahn. Zwischen Friedrichstraße und Alexanderplatz fahren seit Montagabend, 22 Uhr, bis zum 15. Dezember jeweils ab 22 Uhr Busse statt Bahnen.

Gesperrt ist die Strecke am Abend und in der Nacht jeweils ab 22 Uhr, allerdings nur montags bis donnerstags. In den Nächten zu Sonnabend und Sonntag, in denen die S-Bahn regulär ohne Betriebspause durchfährt, plant die Deutsche Bahn keine Bauarbeiten. Damit sollen die Beeinträchtigungen für die Nachtschwärmer verringert werden.

Neues Zugsicherungssystem

Wie bereits im Sommer auf dem westlichen Stadtbahn-Abschnitt zwischen Friedrichstraße und Westkreuz wird nun auch im Osten der wichtigen Innenstadtverbindung für die S-Bahn das neue Zugsicherungssystem (ZBS) eingerichtet. Das System löst die alte, noch aus den 1920er-Jahre stammende mechanische Fahrsperre ab. Aufgabe beider Systeme ist es zu verhindern, dass ein S-Bahn-Triebfahrzeugführer – etwa aus Unaufmerksamkeit oder aufgrund eines plötzlichen gesundheitlichen Problems – ein Halt zeigendes Signal unabsichtlich ignoriert. Die alte Fahrsperre löste beim Übefahren per Streckenanschlag ein Vollbremsung aus.

Die neue, elektronische arbeitende Technik erlaubt neben der Zwangsbremsung zusätzliche Einflüsse auf das Fahrverhalten. So kann die Geschwindigkeit der Züge optimiert und damit der Stromverbrauch gesenkt werden. Technisch möglich ist mit ZBS sogar ein komplett fahrerloser Betrieb, dies ist nach Aussagen der Deutschen Bahn für die Berliner S-Bahn nicht geplant.

Drei Linien von Sperrung betroffen

Betroffen von der aktuellen Stadtbahn-Sperrung sind drei Ost-West-Linien: Die S5 fährt ab 22 Uhr zwischen Strausberg Nord und Alexanderplatz sowie zwischen Friedrichstraße und Spandau. Die S7 verkehrt zwischen Ahrensfelde und Alexanderplatz sowie zwischen Friedrichstraße und Potsdam, die S75 fährt nur zwischen Wartenberg und Alexanderplatz. Die S-Bahn empfiehlt zur Umfahrung des gesperrten Abschnitts bereits am Ostbahnhof in Regionalzüge der Linien RE1, RE2, RE7 und RB14 umzusteigen. Zwischen Alexanderplatz und Zoologischer Garten kann auch die U2 genutzt werden.

Zusätzlich richtet die S-Bahn einen Bus-Ersatzverkehr ein. Die Busse fahren von 22 Uhr abends bis 2 Uhr in der Nacht im Abstand von fünf Minuten und halten unterwegs auch an der Spandauer Straße/Marienkirche sowie an der Memhardstraße. Die Mitnahme von Rollstühlen, Fahrrädern und Kinderwagen ist in den Ersatzbussen nur sehr eingeschränkt möglich, so die S-Bahn.

S3 fährt eine Wochenende lang nicht

Ab Anfang Dezember wird es gleichfalls wegen der ZBS-Inbetriebnahme weitere Sperrungen bei der Linie S3 (Erkner–Ostkreuz) geben. Zunächst ist vom 2. bis 5. Dezember der Zugverkehr zwischen Rahnsdorf und Köpenick unterbrochen, als Ersatz fahren Busse. Vom 5. bis 7. Dezember wird der Verkehr der S3 komplett eingestellt. Neben der Inbetriebnahme eines Elektronischen Stellwerks sollen an diesem Wochenende auch noch neue Weichen im Bereich Karlshorst eingebaut werden.