AfD in Berlin

Berliner AfD streitet über die Verbrennung von Burkas

Der Berliner AfD-Abgeordnete Andreas Wild erntet mit Gedankenspielen zu Burka-Verbrennungen Widerspruch aus den eigenen Reihen.

Muslimische Frauen mit Burka in Afghanistan

Muslimische Frauen mit Burka in Afghanistan

Foto: Jalil Rezayee / dpa

Über provokante Äußerungen von AfD-Politikern empören sich normalerweise eher Vertreter anderer Parteien. Der im September gewählte Berliner AfD-Abgeordnete Andreas Wild hat mit Gedankenspielen zu öffentlichen Burka-Verbrennungen nun aber sogar aus den eigenen Reihen heftigen Widerspruch geerntet: Wilds Fraktionskollege Frank Christian Hansel kommentierte dessen Überlegungen mit den Worten: „Wehret den Anfängen!“ Weiter schreibt Hansel auf seiner Internetseite: „Das Bild, das unausweichlich und nicht mehr rückholbar mit der AfD assoziiert bliebe, sagt: Da, wo man Bücher verbrennt, brennen auch irgendwann Menschen, und dort wo man Burkas verbrennt …“

Hintergrund des AfD-internen Streits ist eine Äußerung von Andreas Wild bei einem Stammtisch des Kreisverbandes Steglitz-Zehlendorf mit rund 60 Teilnehmern vor etwa zwei Wochen. Nach eigenen Angaben hat er den Vorschlag eines anderen AfD-Mitgliedes, in aller Öffentlichkeit Burkas zu verbrennen, dabei unterstützt. Eine Burka ist ein islamisches Gewand, das muslimische Frauen vor allem in Afghanistan nutzen. Es bedeckt den ganzen Körper und lässt nur einen vergitterten Sehschlitz für die Augen frei. In Deutschland sind Burkas, anders als Kopftücher, im Straßenbild allerdings fast nie zu sehen.

Stammtisch reagierte auf Vorschlag mit Beifall

Teilnehmer des AfD-Stammtisches berichteten der Berliner Morgenpost, die meisten Teilnehmer der Parteirunde hätten auf den Vorschlag der Burka-Verbrennungen mit Johlen und Beifall reagiert. Auf Anfrage der Berliner Morgenpost sagte Wild, konkrete Planungen für eine solche Aktion gebe es nicht. Er wiederholte aber, die Idee „erstmal nicht schlecht“ gefunden zu haben. Symbolische Burka-Verbrennungen könne man weiter „im Auge behalten“.

Andreas Wild gilt innerhalb der AfD-Fraktion als Vertreter des äußerst rechten Flügels. Hansel zählt dagegen zum eher liberalen Lager. Ein Verteidiger des Islam ist aber auch Hansel nicht. So verteidigte er beispielsweise den erst kürzlich in die AfD eingetretenen Publizisten und früheren „Bild am Sonntag“-Redakteur Nicolaus Fest, der auf einer Pressekonferenz gefordert hatte, sämtliche Moscheen in Deutschland zu schließen. Kritiker hielten den Vorschlag für verfassungswidrig. Hansel sprach dagegen von „Klartext“.

Am Freitag war ein Streit zwischen der evangelischen Kirche und der AfD bekannt geworden. Der Berliner Bischof Markus Dröge bezeichnete den „Widerspruch gegen die Thesen der Rechtspopulisten“ als „Christenpflicht“. Die Landesvorsitzende der Partei, Beatrix von Storch, nannte Dröges Aussagen daraufhin „verleumderisch“ und sprach von linken Agitprop-Propheten.