Kommentar

Der Grundgedanke des Museums der Moderne ist gut

Die nächste Architekturdebatte ist eröffnet. Doch über den Museumsentwurf sollte man nicht im Bierzelt urteilen, meint Andreas Abel.

Preußen-Stiftungspräsident Hermann Parzinger (v.l.), Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), Architekt Jacques Herzog, Architekt Arno Lederer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin Michael Eissenhauer und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher enthüllen das Gewinnermodell für den Neubau des Museums der Moderne in Berlin. Die Entwürfe des Realisierungswettbewerbes sind vom 18. November 2016 bis 08. Januar 2017 im Kulturforum in Berlin zu sehen

Preußen-Stiftungspräsident Hermann Parzinger (v.l.), Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), Architekt Jacques Herzog, Architekt Arno Lederer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin Michael Eissenhauer und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher enthüllen das Gewinnermodell für den Neubau des Museums der Moderne in Berlin. Die Entwürfe des Realisierungswettbewerbes sind vom 18. November 2016 bis 08. Januar 2017 im Kulturforum in Berlin zu sehen

Foto: Sophia Kembowski / dpa

Architektur ist ein schwieriges Thema. Viele fühlen sich berufen, darüber zu diskutieren und zu urteilen. Das geht auch grundsätzlich in Ordnung, schließlich sind von Architektur nicht nur Entscheider und Nutzer betroffen, sondern auch diejenigen, die das Werk der Schöpfer regelmäßig ansehen dürfen – oder müssen. Besonders heikel ist das Thema bei exponierten öffentlichen Bauten. Dann kommt zur ästhetischen Debatte noch die über sinnvolle oder sinnlose Verwendung von Steuergeld.

Berlin bekommt ein Museum der Moderne, zunächst aber eine Auseinandersetzung über den Entwurf der international renommierten Architekten Herzog und de Meuron. Die beiden bezeichnen ihr Werk bescheiden als Haus aus Backstein, Senatsbaudirektorin Regula Lüscher als Haus mit Charakter. Kritiker fühlten sich nach dem ersten Blick auf den Siegerentwurf des Wettbewerbs eher an eine Skihütte oder eine Lagerhalle erinnert. Ordentlich befeuert hat dann am Freitag der ebenfalls angesehene Architekt Stephan Braunfels die Debatte. Er sprach von einem Bierzelt, das wie ein Billigdiscounter ohne Bezug zu seiner Umgebung auf dem Kulturforum stehe.

Das ist starker Tobak. Motzt hier nur ein Berufskollege, der zum Wettbewerb nicht eingeladen wurde? Oder muss man einen Zug stoppen, bevor er in die falsche Richtung rast? Es ist noch zu früh, darüber zu urteilen. Der Neubau muss Städtebau, Architektur und die Anforderungen an ein Museum gleichermaßen bedienen, deshalb sollte man die Diskussion nicht allein über die äußere Form führen.

Zudem ist der Grundgedanke gut, dass ein Gebäude, das zwischen den exponierten Nachbarn Philharmonie und Neuer Nationalgalerie liegt, nicht noch für einen zusätzlichen starken Aufschlag sorgen will. Diskussionen über detailliertere Entwürfe müssen natürlich noch geführt werden, die große Trommel darf aber zunächst noch im Bierzelt bleiben.