Verkehr Berlin-Mitte

Weniger verletzte Radfahrer - Fahrradstaffel verbucht Erfolg

Gut zwei Jahre nach dem Start der Fahrradstaffel in Berlin-Mitte ziehen Unfallforscher und Polizei eine positive Zwischenbilanz.

Seit Sommer 2014 ist die Fahrradstaffel der Berliner Polizei in Mitte unterwegs. Ob das Projekt nach 2017 fortgesetzt wird, ist noch unklar

Seit Sommer 2014 ist die Fahrradstaffel der Berliner Polizei in Mitte unterwegs. Ob das Projekt nach 2017 fortgesetzt wird, ist noch unklar

Foto: dpa

Dank ihrer neongelben Uniform sind sie gut zu erkennen, aber besser noch: Die Polizisten der Berliner Fahrradstaffel machen die Straßen offenbar sicherer. Seit Sommer 2014 sind sie in Mitte unterwegs, in den letzten zwölf Monaten sank dort die Zahl der schwer verletzten Radfahrer um fast 30 Prozent. Wie aus einer Analyse der Unfallforschung der Versicherer (UDV) außerdem hervorgeht, sank gleichzeitig die Zahl der durch Radfahrer begangenen Vergehen im Straßenverkehr, etwa Rotlichtverstöße oder Fahren auf dem Gehweg, um durchschnittlich die Hälfte.

Das sind erfreuliche Zahlen für eine Stadt, in der die Zahl der schwer verletzten Radler 2015 insgesamt um mehr als fünf Prozent stieg. „Die Staffel steigert die Verkehrssicherheit, verringert Unfälle und sorgt für mehr regelgerechtes Verhalten, sowohl von Autofahrern als auch von Radfahrern“, sagte UDV-Leiter Siegfried Brockmann.

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ADFC fordert 100 zusätzliche Stellen

Die 20 Polizisten in Mitte sind angehalten, vor allem auf Rotlichtverstöße von Radfahrern sowie auf falsch abbiegende oder behindernd parkende Autos zu achten. In den letzten zwei Jahren kamen so rund 33.000 aufgenommene Ordnungswidrigkeiten zusammen, zwei Drittel davon zu Lasten der Autofahrer, überwiegend wegen falschen Parkens und gefährlichen Abbiegens.

Das Pilotprojekt läuft bis 2017. Noch-Innensenator Frank Henkel (CDU) plädiert für eine Fortführung. Ob und in welchem Umfang es dazu kommt, muss der zukünftige rot-rot-grüne Senat entscheiden. Der Fahrradclub ADFC fordert 100 zusätzliche Stellen.

Unterdessen haben sich die Aktivisten des Volksentscheid Fahrrad wegen einer provokanten Äußerung entschuldigt. Am Sonntag war eine Radfahrerin in Wedding von einem Lkw erfasst und getötet worden. Die Aktivisten hatten daraufhin eine Mahnwache unter dem Motto „Politik tötet Radfahrerin“ abgehalten und damit auch Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) und dessen Verkehrspolitik gemeint.

Das brachte der Initiative auch Kritik von Unterstützern. „Wir entschuldigen uns bei Herrn Gaebler als Mensch, stellen aber weiter die Frage nach der politischen Verantwortung der Funktion eines Verkehrsstaatssekretärs“, sagte Sprecher Heinrich Strößenreuther.