Raser in Berlin

Berliner Polizei oft machtlos bei illegalen Autorennen

Raser sollen härter bestraft werden. Fraglich ist, ob die Berliner Polizei in der Lage ist, illegale Autorennen stärker zu ahnden.

Tauentzien: Hamdi H. prallte mit mindestens 160 Stundenkilometern seitlich gegen den Geländewagen des Rentners. Der erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen

Tauentzien: Hamdi H. prallte mit mindestens 160 Stundenkilometern seitlich gegen den Geländewagen des Rentners. Der erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen

Foto: Foto: ABIX / ABIX

Es ist ein in Deutschland einzigartiger Fall: Seit vergangener Woche stehen in Berlin zwei Männer, 24 und 27 Jahre alt, vor Gericht. Es war ein Unfall, bei dem das Opfer keine Chance hatte. Bei Grün rollt der Jeep am 1. Februar 2016 gegen 0.40 Uhr an der Tauentzienstraße in Charlottenburg auf eine Kreuzung. Die beiden PS-starken Sportwagen – beide Fahrer sind bereits mehrfach wegen Delikten im Straßenverkehr aufgefallen – nähern sich rasant. Mit mindestens Tempo 160 rammt der 27-jährige Angeklagte Ermittlungen zufolge den Geländewagen. Der Fahrer stirbt noch in seinem Fahrzeug.

Die beiden Männer könnten nun wegen Mordes verurteilt werden. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundesrat am Freitag auf den Weg gebracht. Gerade in Berlin kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu illegalen Autorennen. Die Polizei hat in diesem Jahr bereits 46 Verfahren eingeleitet – fünf mehr als im vergangenen Jahr. Außer zehn Jahren Haft steht auch der Einzug des Fahrzeugs zur Debatte. Der Gesetzesvorstoß sorgt für breite Zustimmung. Die bisherigen Regelungen hätten nicht für ausreichende Abschreckung gesorgt, heißt es beim ADAC. Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hofft, dass die „Unbelehrbaren“ nun länger von der Straße ferngehalten werden können.

Bundesrat will für Raser Haftstrafen und Führerscheinentzug

Fraglich ist, ob die Berliner Polizei in der Lage ist, illegale Autorennen künftig stärker zu ahnden. Denn diese sind schwer zu ahnden, die Beamten nahezu machtlos. „Illegale Autorennen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie entweder konspirativ und sehr kurzfristig an Orten und zu Zeiten verabredet werden, an denen eine polizeiliche Feststellung unwahrscheinlich ist, oder dass sie nach spontanem und zufälligem Zusammentreffen Gleichgesinnter im Begegnungsverkehr durchgeführt werden“, heißt es in einer Antwort der Innenverwaltung auf eine Anfrage der Grünen.

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