Berlin für alle

Neun Tipps für einen perfekten Sonntag in Berlin

Sie wollen noch mehr von Berlin erfahren und erleben? Hier kommen die besten Tipps für einen gelungenen Berliner Sonntag.

Im Spreepark finden wieder Führungen statt

Im Spreepark finden wieder Führungen statt

Foto: Rundfunk Berlin-Brandenburg

Für Anfänger

Den Landwehrkanal entlangspazieren

Für Berlin-Anfänger ein wunderschöner Weg, um einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen: Ein Spaziergang am Landwehrkanal, der den westlichen Teil der Spree in Charlottenburg mit dem östlichen in Friedrichshain verbindet. Ab der Oberbaumbrücke sind es etwa elf Kilometer. Alternativ bietet allerdings das Café Rudimarie am Neuköllner Weichselplatz, wo der Kanal an einer Biegung auf den Neuköllner Schifffahrtskanal trifft, eine gute Anlaufstelle für das erste Frühstück. Frisch gestärkt geht es von dort aus los durch Neukölln und Kreuzberg, immer am Wasser entlang. Zwischendrin lohnt sich ein Abstecher in den Park am Gleisdreieck. Ein Muss: Kaffee und Kuchen im Open-Air-Café Eule im Westpark. Die nächste Etappe geht dann bis zum Zoo.

Café Rudimarie, Weichselstr. 34 , Mo.–Fr., 9–19 Uhr, Sbd.+So., 10–19 Uhr (im Sommer auch mal länger), www.rudimarie.de. Café Eule im Gleisdreieckpark, Eingang Westpark Bülowstr. 68, am Anfang der Kleingartenkolonie POG , Mo.–So , 10–19.30 Uhr.

Brunch - Zeit zum Schlemmen

Zu einem gelungenen Sonntag gehört für viele Berliner ein ausgiebiges Frühstück oder, noch besser, ein ordentlicher Brunch. Dafür gibt es in Berlin Hunderte Möglichkeiten. Eine nicht nur kulinarisch, sondern auch landschaftlich Verlockende bietet die Fischerhütte am Schlachtensee (Foto). Das opulent bestückte Büfett reicht von italienischen und deutschen Vorspeisen über warme Fisch- und Fleischgerichte bis zu diversen Desserts und Kuchen. Im Preis von 29,50 Euro pro Person sind Tee und Kaffee, ein Glas Sekt und der Ausblick auf den See inklusive. Das Büfett ist geöffnet von 10 bis 14 Uhr. Wer es lieber citylike mag, kann im Jules Verne an der Schlüterstraße in Charlottenburg brunchen. Das Büfett des herrlich französisch anmutenden Bistros trägt das Prädikat „querbeet“ und kostet 14,50 Euro, Apfel- und Orangensaft inklusive. Getafelt wird von 9.30 bis 14.30 Uhr. Unser dritter Tipp: das Café „An einem Sonntag im August“ an der Kastanienallee in Prenzlauer Berg. Dort gibt es Brunch am Sonnabend und Sonntag von 9 bis 16 Uhr, für 7,50 Euro.

Fischerhütte am Schlachtensee, Fischerhüttenstraße 136, 14163 Berlin, Tel. 80 49 83 10. Jules Verne, Schlüterstr. 61, 10625 Berlin, Tel. 31 80 94 10. An einem Sonntag im August, Kastanienallee 103, Tel. 4405 1228

Sonntagskrimi in der Tatort-Kneipe

Klar, um sich der Deutschen liebster Sonntagabendbeschäftigung hinzugeben, muss man nicht bis nach Berlin fahren. Aber wo kann man am Sonntagabend Sozialstudien treiben, ohne auf den wöchentlichen Krimi verzichten zu müssen, wenn nicht in einer der zahllosen hiesigen Tatort-Kneipen? Zwei davon lohnen sich besonders. Im FC Magnet wird, wie der Name schon zart andeutet, zwar vorrangig Fußball geguckt, denn eigentlich begann die Kneipe ihre Laufbahn als Clubheim des FC Magnet Mitte. Sonntags um 20.15 Uhr werden jedoch sogar hier (nicht immer) die Trikots für den Tatort zum Beispiel mit dem Berliner Team (Foto) abgelegt, die orangefarbenen Schalensitze und Lederbänke füllen sich. Bei ganz wichtigen Fußballspielen müssen die Krimifans auch mal in den Keller ausweichen, normalerweise wird oben geschaut. Besser etwas früher kommen – es wird voll. Das gilt auch für das Neuköllner Laika, wo der Krimilust in Wohnzimmeratmosphäre gefrönt wird.

FC Magnet, Veteranenstr. 26, Mo.–Do., 19–5 Uhr, Fr., 18–5 Uhr, Sbd.+So., 13–5 Uhr, www.fcmagnetbar.de. Laika, Emser Str. 131, ab 18 Uhr, www.laika-neukoelln.de.

Für Fortgeschrittene

Auf der Thaiwiese authentisch picknicken

Von der Existenz der sogenannten „Thaiwiese“, die längst kein Geheimtipp mehr ist, wissen viele Berliner und solche, die es geworden sind. Tatsächlich dort gewesen sind wohl die wenigsten. Dabei kann man sicher nirgends in der Stadt authentischer thailändisch speisen als hier im Wilmersdorfer Preußenpark. Ursprünglich ein Treffpunkt thailändischer Familien, hat sich die Wiese nicht zuletzt durch den großzügigen Einsatz zahlloser Kühlboxen, Sonnenschirmchen und Gaskocher zu einem gigantischen Open-Air-Picknick etabliert. Am Wochenende und bei gutem Wetter manchmal auch unter der Woche bieten Hobbyköchinnen verschiedene gefüllte Dumplings, Papaya-Salat oder eisgekühlte Cocktails feil – um nur ein Bruchteil des kulinarischen Angebots zu nennen.

Preußenpark am Fehrbelliner Platz, Sbd.+So., ab etwa 12 Uhr

Das Tanzbein bei Clärchens Tanztee schwingen

Wer mit seinen Tanzkünsten nicht hinter dem Berg halten will, ist am Sonntagnachmittag in Clärchens Ballhaus genau richtig. Bei freiem Eintritt kann hier jeder seine Standard- und Lateinkünste, auch wenn nicht vorhanden, zum Besten geben. Man muss sich nur trauen, denn irgendjemand sitzt immer am Rand bei Kaffee und Kuchen und schaut zu. Da lohnt es sich vielleicht, eher zu kommen, um bei den Tanzkursen die richtigen Schrittfolgen zu erlernen oder aufzufrischen. In Berlins ältestem Tanzlokal mit Restaurantbetrieb treffen sich wirklich alle – egal wie jung.

Clärchens Ballhaus, Auguststr. 24, Tanztee So., 15–19 Uhr, ab 12 Uhr Tanzkurse Standard/Latein (9 Euro pro Person)

Exzellenten Musikern lauschen

In den Uferhallen in Wedding restauriert Christoph Schreiber seit 20 Jahren Konzertflügel und lädt mehrmals wöchentlich (sonntags fast immer) meist junge, internationale Künstler der Spitzenklasse ein, sie zu bespielen. Der Werkstatt-Charme, die Wohnzimmerlampen, die alten Stühle in der Nähe der Künstler tragen zu dem intimen Erlebnis bei. Der Tradition der Pianosalons verpflichtet, lädt der Impresario dazu ein, zu rauchen, zu trinken und sich mit den Künstlern zu unterhalten.

Piano Salon Christophori, Uferstr. 8, Reservierungen auf www.konzertfluegel.com, Eintritt 20–25 Euro (inkl. Getränke) oder Spende im Anschluss.

Für Profis

Den Spreepark wieder zum Leben erwecken

Ach, der Spreepark. Da kommen Erinnerungen hoch an erste Adrenalinschübe im „Wild River“. Aber diese Zeiten sind bekanntlich vorbei. Wer kennt sie nicht, die Bilder des apathisch dösenden Riesendinos, des mahnend im Wind knarrenden, verlassenen Riesenrades? Viel ist gestritten worden um und vor allem über Berlins einstigen Vergnügungspark im Plänterwald, dem einzigen Freizeitpark der DDR. Hässliche Wörter assoziiert man mit ihm: Insolvenz, Flucht, Drogenschmuggel, Brandstiftung. Doch nun soll eine ganz neue Ära anbrechen. 2014 kaufte die Stadt das seit seiner Schließung 2001 zunehmend verwahrlosende Areal zurück, seit 2016 entscheidet die landeseigene Grün Berlin GmbH über dessen Schicksal. Im Rahmen von öffentlichen Dialogveranstaltungen zur Zukunft des Parks werden seit Juli wöchentliche Führungen über den ehemaligen „VEB Kulturpark Plänterwald“ angeboten.

Spreepark, Kiehnwerderallee 1–3, Führungen sonntags um 11 und um 13 Uhr, Dauer etwa 90 Minuten, Eintritt 5/3 Euro, Anmeldung erforderlich unter 28018320 (Mo.–Fr.) oder per Mail an Spreepark@Runze-Casper.de

Den Ausblick von der Zionskirche genießen

Flohmarkt, hippes Café, noch mal Flohmarkt, noch mehr hippe Cafés. Nein, nichts davon wollen wir unseren Lesern für die Sonntagsgestaltung zwischen Prenzlauer Berg und Mitte ans Herz legen. Im Gegenteil, es wird ganz besinnlich zugehen. Eine Oase zwischen all der Hipness: Der Turm der Zionskirche, der sonntags bestiegen werden kann. 104 Stufen sind es bis nach oben. Dort angekommen, breitet sich die Stadt unter dem Betrachter aus – plötzlich ganz unhip, einfach nur schön. 67 Meter ist der Turm hoch, die Aussichtsplattform befindet sich auf etwa 22 Metern, nahe der Turmuhr. Im Turm selbst kann man auch die Gewölbedecke des Kircheninnenraumes von oben betrachten. In den Eckpfeilern des Turmes sowie in den Nischen der Rundgalerie stehen Bienenvölker, deren Honig vor Ort verkauft wird.

Zionskirchplatz, Turmbesteigungen So., 12–16 Uhr oder nach Vereinbarung, Mail: menard@gemeinde-am-weinberg.de

Tango und Swing unter freiem Himmel

Wer im Volkspark Friedrichshain in den letzten Wochen tanzender, jedoch nüchterner Paare ansichtig wurde, hatte keine Fata Morgana. Schon seit Juni geben die beiden Tanzlehrer Axel Wittmann und Jasminka Stenz, die normalerweise in ihrer nahe gelegenen Tanzschule Dancing Suite fast alle Gesellschaftstänze unterrichten, Tango- und Swingkurse unter freiem Himmel. Geplant war die Sonntagsreihe ursprünglich nur bis einschließlich August, doch wegen des guten Wetters entschloss man sich, die beliebte Veranstaltung auf jeden Fall noch im September und gegebenenfalls noch darüber hinaus weiterzuführen – umsonst und draußen. Um die 15 Paare finden sich hier jede Woche zusammen, um Swing in zwei verschiedenen Leveln oder Tango für Anfänger zu erlernen. Willkommen ist man aber auch ohne Tanzpartner, der findet sich meistens vor Ort. Im kommenden Jahr sollen die Tanzstunden wieder in dieser Form stattfinden.

Summer of Dance, Volkspark Friedrichshain, Treffpunkt ist der kleinere Brunnen direkt hinter dem Märchenbrunnen, Eingang Am Friedrichshain/Friedenstraße. So 17 Uhr Swing Level 1, 18 Uhr Swing Level 2, 19 Uhr Tango Level 1, gratis oder auf Spendenbasis. www.dancingsuiteberlin.de

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