Tag des Mauerbaus

Der Fotovergleich: So sah Berlin am 13. August 1961 aus

Stacheldraht und Steine zwischen Ost und West: Am 13. August 1961, dem Tag des Mauerbaus, schaute die Welt fassungslos auf Berlin.

Der Tag, an dem die Mauer gebaut wurde

Der Tag, an dem die Mauer gebaut wurde

Foto: Imago

„Freundlich, aber kühl“, so lautete die Wettervorhersage für Sonntag, den 13. August 1961. Aber das Wetter war so ziemlich das einzige, was die beiden Teile Deutschlands im Kalten Krieg noch verband. Die innerdeutsche Grenze war abgeriegelt, und in Ost-Berlin begannen an diesem Morgen Arbeiter, die Straßen in den Westteil mit Steinen und Stacheldraht zu verbarrikadieren, bewacht von Volkspolizisten mit Maschinengewehren.

13. August 1961 – 13. August 2016: der Fotovergleich

Im Laufe des Tages sammelten sich fassungslose Berliner an den Barrikaden. Viele protestieren, andere wagten in letzter Minute die Flucht in den Westen über Stacheldraht und aus den Fenstern der Häuser am Grenzstreifen. Später meldete die Berliner Morgenpost in einem Extrablatt: „Ost-Berlin ist abgeriegelt! U- und S-Bahn unterbrochen, an allen Sektorengrenzen Stacheldraht, Straßensperren, Volksarmee rund um Berlin!“

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Hintergrund des Mauerbaus war der Exodus aus der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Seit deren Gründung im Jahr 1949 hatten 2,5 Millionen Menschen das Land gen Westen verlassen. Sie flohen vor Überwachung, politischer Gängelei und Verfolgung oder sahen im Westen schlicht bessere Chancen auf Arbeit und Wohlstand.

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Die Abriegelung der DDR war sorgfältig geplant. Zwar hatte Walter Ulbricht, Staatsratsvorsitzender der DDR, noch im Juni 1961 das Gegenteil versichert. Auf einer Pressekonferenz prägte er jenen Satz, der bis heute als Synonym verlogener Politik gilt: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ Die westlichen Machthaber reagierten zögerlich auf den Mauerbau. Der damalige US-Präsident John F. Kennedy schrieb erst am 18. August an Berlins Regierenden Bürgermeister Willy Brandt, man könne „eine Änderung der Sachlage“ nicht bewirken.

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Viele Pressebilder von damals ähneln aus heutiger Sicht aktuellen Nachrichtenbildern von den Krisenherden der Welt. Dass der Fall der Mauer am 9. November 1989 und die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 friedlich verliefen: Das, und nicht die Mauer, macht Berlin heute zu einem besonderen Ort. Ein Grund mehr, nicht zu vergessen, wie es dazu kam.