Organisierte Banden

Tatort City West - Immer wieder schlagen dort Kriminelle zu

Juweliere, Kaufhäuser und Geldtransporter: Immer wieder schlagen Kriminelle in der City West zu, diesmal an der Leibnizstraße.

Eine Polizistin steht vor dem überfallenen Geldtransporter an der Leibnizstraße. Die Täter konnten fliehen

Eine Polizistin steht vor dem überfallenen Geldtransporter an der Leibnizstraße. Die Täter konnten fliehen

Foto: Sophia Kembowski / dpa

Offenbar verspricht der Luxus in der Berliner Innenstadt leichte Beute. Skrupellos und mit Waffengewalt haben die meist in Banden organisierten Täter in den letzten Jahren immer wieder Beute in Millionenhöhe gemacht. Zuletzt am Mittwoch. Drei oder vier Kriminelle hatten einen Geldtransporter mit einem Auto auf der Leibnizstraße überholt, ihn ausgebremst und zum Anhalten gezwungen. Mit Waffengewalt haben die Täter eine größere Summe Bargeld geraubt, sie konnten unerkannt flüchten.

6. Juni

Vor einem Monat brachen vier Maskierte gegen 0.15 Uhr gewaltsam über einen Nebeneingang in die Geschäftsräume der Rolex-Boutique am Kurfürstendamm 184 ein. Sie flüchteten nach dem Einbruch mit mehreren Hundert hochwertigen Uhren und einer größeren Summe Bargeld mit einem dunklen BMW-Kombi. Ein Funkstreifenwagen der Polizei, der das Fluchtauto kurz nach Mitternacht verfolgte, wurde gerammt. Der Gesamtwert der Beute lag im zweistelligen Millionenbereich. Drei Wochen nach der Tat wurden zwei Verdächtige festgenommen.

28. Mai

Mit einem Auro brachen drei Maskierte brachen mit einem Auto in ein Juweliergeschäft ein. In wenigen Minuten stahlen sie Uhren im Wert von mehreren Hunderttausend Euro. Sie entkamen unerkannt. Ende März 2016 wollten mehrere Männer einen Geldtransporter vor dem KaDeWe ausrauben. Sie sprangen in den Laderaum des haltenden Transporters, wo ein Wachmann eine Geldkassette einlud. Der Fahrer des Transporters gab Gas, die Kriminellen stürzten aus dem Transporter und flohen zu Fuß.

September 2014

Drei Maskierte überfielen einen Geldtransporter vor dem Apple-Laden am Kudamm. Das Opfer war der Geldbote, der aus dem Laden kam. Die Täter flohen mit ihrer Beute in einem Auto, in dem ein Komplize wartete.

Dezember 2013

Einen Tag vor Silvester überfielen drei Maskierte auf der Tauentzienstraße vor einem Kaufhaus einen Geldtransporter und erbeuteten eine sechsstellige Summe. Das mutmaßliche Fluchtauto wurde wenig später brennend in der Nähe gefunden. Ebenfalls im Dezember 2013 rasten mehrere Männer mit einem Auto in den Apple-Store. Sie erbeuteten Smartphones und andere Geräte. Im Januar 2014 nahm ein Spezialeinsatzkommando (SEK) sieben Verdächtige fest. Sie sollen weitere „Blitzeinbrüche“ verübt haben.

>>> Überfälle und Einbrüche am Kudamm: Eine Chronologie <<<

Eineinhalb Jahre nach dem Raubüberfall auf das KaDeWe ist ein Teil der Beute in einem Pfandhaus in Charlottenburg aufgetaucht. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, habe ein 38-Jähriger am vergangenen Mittwoch versucht, ein Collier in einem Pfandhaus zu beleihen. Der Angestellte wies den Mann ab, weil er keine Eigentumsnachweise vorlegen konnte. Am Tag darauf zeigte der Angestellte den Fall bei der Polizei an.

Einen weiteren Tag später war der 38-Jährige in einem anderen Leihgeschäft in Charlottenburg erfolgreich und erhielt für das Schmuckstück mehrere Tausend Euro. Da er seine Personalien angegeben hatte, befragten ihn Polizisten. Dabei erklärte er, dass er den Schmuck seiner 34 Jahre alten Freundin gestohlen habe, um Schulden begleichen zu können. Die 34-Jährige gab wiederum an, das Collier in einer Wilmersdorfer Bar, in der sie als Geschäftsführerin tätig gewesen war, gefunden zu haben. Die Ermittlungen zu dem aufgefundenen Beutestück dauern an. Am 20. Dezember 2014 waren mehrere maskierte Männer mitten im Weihnachtstrubel in die Uhren- und Schmuckabteilung des KaDeWe gestürmt. Mit Hämmern zertrümmerten sie Vitrinen und erbeuteten Ware im Wert von rund 800.000 Euro. Der mutmaßliche Anführer der Bande wurde im Mai 2016 zu knapp sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Andere Bandenmitglieder warten noch auf ihren Prozess. Bislang galt die Beute als verschwunden.