Berlin

Betrunken in der Feuerschale: Schwere Grillunfälle im Juni

Sommerzeit ist Grillzeit. Doch jedes Jahr passieren in Berlin Unfälle mit schweren Verbrennungen. Oft spielt Alkohol dabei eine Rolle.

Beim Grillen ist Vorsicht geboten

Beim Grillen ist Vorsicht geboten

Foto: Rainer Jensen / dpa

Bei Grillunfällen im Juni haben sich in Berlin und Brandenburg zehn Menschen so schwere Verbrennungen zugezogen, dass sie im Unfallkrankenhaus Marzahn behandelt werden mussten. Die Klinik ist auf gefährliche Brandverletzungen spezialisiert. Unter den Patienten waren auch zwei Kinder, die über einen heißen Grillrost am Boden gelaufen waren. In den vergangenen Sommern behandelte die Klinik jeweils rund 40 Patienten nach Grillunfällen.

"Oft passieren schwere Unfälle, weil Menschen Brennspiritus ins Feuer gießen“, sagt Angela Kijewski, Sprecherin der Klinik. „Die Stichflamme kann danach zwei Meter hoch schlagen.“ Typisch nach solchen Unfällen seien schwere Verbrennungen im Gesicht und an den Armen. Entstehen können großflächige oder auch sehr tiefe Wunden. Manchmal muss Patienten in mehreren Operationen Haut transplantiert werden.

Unfallursache seien fast immer Unwissen, Unvorsicht oder Nachlässigkeit, ergänzte Kijewski. So komme es immer wieder vor, dass Betrunkene in glühend heiße Feuerschalen fielen. Manchmal seien die Schalen auch so unstabil aufgestellt, dass sie umkippten. So entstehen häufig schwere Verbrennungen an den Füßen. Dreimal kamen im Juni Verletzte in die Klinik, die ein Lagerfeuer gemacht hatten. Einmal waren dabei Spraydosen im Feuer explodiert.

Weitere Unfälle mit Brandverletzten entstehen oft beim Camping und bei Explosionen durch Propangaskocher. Aus ganz Norddeutschland werden in solchen Fällen Patienten nach Berlin geflogen.