Parks und Grünanlagen

Wo in Berlin Grillen noch erlaubt ist

| Lesedauer: 6 Minuten
Paulina Czienskowski
Müll ist ein wichtiges Thema beim Grillen im Park. Denn dieser sollte nicht in den Park-Mülleimern entsorgt werden

Müll ist ein wichtiges Thema beim Grillen im Park. Denn dieser sollte nicht in den Park-Mülleimern entsorgt werden

Foto: Steffen Pletl

Nicht in jedem Berliner Park darf gegrillt werden. Und auch an den dafür ausgewiesenen Plätzen gelten bestimmte Spielregeln.

Endlich ist es wieder warm, und die Berliner zieht es in Scharen in die Parks und Grünanlagen der Stadt. Die Krönung eines Ausflugs ins städtische Grün ist für viele Hauptstädter dabei das gemeinsame Grillen mit Freunden und Familie.

Doch das beliebte Vergnügen kann mit einer bösen Überraschung in Form eines Verwarnungs- beziehungsweise Bußgeldes enden, wenn man sich dabei nicht an die Regeln hält. Die Berliner Morgenpost hat die wichtigsten Informationen für das Grillen in den öffentlichen Parks und Grünanlagen der Stadt für Sie zusammengestellt.

Darf ich in Parks grillen?

In öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen ist Grillen nach dem Grünanlagengesetz zum Schutz der Anlagen sowie zur Vermeidung von Störungen und Beschädigungen grundsätzlich verboten. Aber es gibt ein paar Ausnahmen: Denn an einigen Orten der Stadt kann man extra dafür ausgeschilderte Grillplätze finden – wenn auch nicht in jedem Bezirk. Welche das sind, sehen Sie in der Karte. Außerdem müssen dabei bestimmte Spielregeln beachtet werden, um keine unnötigen Schäden anzurichten, für die man Strafe zahlen muss.

Wer hat die Grillplätze festgelegt?

Vorsicht also, denn wer an nicht ausgewiesenen Plätzen brutzelt, kann Probleme bekommen. Denn es gibt nur ganz bestimmte Orte, an denen das Grillen ausdrücklich erlaubt ist. Da jedes Bezirksamt der insgesamt zwölf Bezirke Berlins die jeweilige Erlaubnis zur Nutzung des Grillplatzes selbst festlegt und auch kurzfristig wieder zurücknehmen kann, sollte man sich daher vorher darüber informieren, ob der Lieblingsort auch auf der Liste steht.

So gilt beispielsweise im Berliner Tiergarten seit dem Jahr 2012 ein generelles Grillverbot. Der Mauerpark in Prenzlauer Berg könnte dagegen in den nächsten Jahren zum Grillpark werden.

Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung, Holger Kirchner (Bündnis 90/Grüne), will bis 2019 nach und nach Grillpavillons aufstellen. Acht bis zwölf Grillpavillons sollen es nach Angaben Kirchners werden. Der Bau der Rondelle mit einem Durchmesser von 1,5 Metern lohne sich. Denn der Bezirk gebe jedes Jahr 100.000 Euro für eine private Firma aus, die montags den Mauerpark vom Müll befreie, sagte Kirchner. Die gemauerten Pavillons mit festem Grillrost, Abfalltonnen und Aschebehältern für Grillkohle würden dem Müllproblem Einhalt gebieten und hätten sich nach einem Jahr bereits amortisiert, erläuterte Kirchner. Denn damit sänken die Extrakosten für die Müllbeseitigung im Park.

Was sind die Spielregeln?

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hat eine Liste von Punkten zusammengestellt, die beim Grillen auf den festgelegten Grünflächen unbedingt beachtet werden müssen. Vorsicht und Nachsicht sind dabei die obersten Gebote. Thema Abfall: Wer den eigenen Grill mitbringt, muss ihn natürlich auch wieder mitnehmen, fordert die Verwaltung. Mülleimer der Grünanlagen sollten nicht für das Entsorgen von Asche, Speiseresten, Papptellern oder Verpackungen genutzt werden. Denn der Abfall könnte Krähen, Ratten und Füchse anziehen.

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Um sich und andere zu schützen, sollten außerdem Äste, Zweige sowie Parkbänke nicht als Brennholz oder Grillanzünder herhalten müssen. Spiritus, Benzin oder andere leicht brennbare Flüssigkeiten sind nicht erlaubt, um mögliche Stichflammen zu vermeiden.

Zudem sollte auch auf die Positionierung des Grills geachtet werden: Lagerfeuer sind strengstens verboten. Daher: Nie direkt auf Rasen oder in einer Grube Kohle anzünden. Das Grillen unter Bäumen ist ebenso wenig zu empfehlen. Damit riskiert man aufsteigenden Funkenflug, oder die heiße Luft könnte Laub entzünden. Und was darf auf den Grill? Gemüse, Würstchen, Steak. Ganze oder grob zerteilte größere Tiere sind dagegen nicht erlaubt.

Welche Strafen drohen mir?

Wer sich nicht an die Regeln hält, für den kann das beliebte Vergnügen tatsächlich teuer werden. Wer an einer anderen als den ausgewiesenen Stellen einen Grill aufbaut, muss zum Beispiel ein Verwarnungs- beziehungsweise ein Bußgeld zahlen. Je nach Verstoß bewegt sich die Strafe zwischen 20 und 5000 Euro. Der Höchstsatz gilt zum Beispiel für das Ausheben von Grillgruben oder ähnliche Beschädigungen der Grünflächen. Bußgelder können ebenso fällig werden, wenn Sie Ihre Asche einfach in die Landschaft kippen, Müll liegen lassen oder Äste und Zweige verfeuern, die Sie vor Ort sammeln.

Was sagt die Feuerwehr?

Zunächst ist der Betreiber des Grills für jegliche Folgeschäden verantwortlich. Das muss einem immer klar sein. Daher sollte man auf einiges achten. So warnt Bianka Olm von der Berliner Feuerwehr davor, brennbare Flüssigkeiten in einen Grill zu spritzen. Sie rät: „Verwenden Sie nur handelsübliche Grillanzünder mit GS- oder DIN-Kennzeichnung.“ Außerdem sollte beim Aufstellen des Grills auf einen festen Standplatz geachtet werden.

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Das A und O: „Behalten Sie den Grill immer im Auge.“ Zusätzlich sollten eine Löschdecke, ein Eimer Sand oder ein Pulverlöscher bereitstehen. Denn wer ein Feuer löschen möchte, sollte das niemals mit Wasser tun. „Der hierbei entstehende Wasserdampf kann zu Verbrennungen führen.“ Die Grillkohle sollte zudem erst dann entsorgt werden, wenn sie vollständig erkaltet ist. „Schütten Sie die Glut nicht zum Abkühlen auf den Boden – so entsteht Brand- und Verletzungsgefahr für Personen, die danach ungeachtet darüberlaufen könnten“, so Olm.