Theater und Komödie

Gericht verschiebt Entscheidung über Kudamm-Bühnen

Im Streit um die Räumung der Kudamm-Bühnen in Berlin gibt es noch keine Klarheit. Die Entscheidung wurde heute vertagt.

Räumungsklage gegen Kudamm-Bühnen: Viele Unterstützer kamen für Theaterdirektor Martin Woelffer (M.), Schauspieler Winfried Glatzeder (l.), Event-Gastronom Hans-Peter Wodarz (r.)

Räumungsklage gegen Kudamm-Bühnen: Viele Unterstützer kamen für Theaterdirektor Martin Woelffer (M.), Schauspieler Winfried Glatzeder (l.), Event-Gastronom Hans-Peter Wodarz (r.)

Foto: Brigitte Schmiemann / BM

Winfried Glatzeder, Ursela Monn, Katharina Thalbach, Marion Kracht, Hans-Peter Wodarz – und viele andere, die man sonst eher von der Bühne kennt, kamen am Dienstag zum Landgericht am Tegeler Weg, um den Prozess gegen Theaterdirektor Martin Woelffer zu verfolgen und ihn zu unterstützen. Der Kläger, die Luxemburger Firma Mars PropCo1 als Eigentümerin des Kudamm-Karrees, möchte die Komödie und das Theater am Kurfürstendamm fristlos kündigen. Der Mietvertrag sei seit Langem beendet. Außerdem sei über einen langen Zeitraum weder Miete noch Betriebskosten gezahlt worden. 600.000 Euro, so Norman Schaaf, Geschäftsführer der Cells Bauwelt, die das Projekt Kudamm-Karree betreut, seien offen.

Bevor es allerdings ins Detail ging, hatte Richter Siegfried Sommerfeld die streitenden Parteien gefragt, ob sie sich eine Einigung vorstellen könnten. Er machte beiden Seiten die Risiken klar, sollte kein Vergleich zustandekommen. Doch alle Einigungsversuche in der vorgeschalteten Güteverhandlung scheiterten, obwohl es lediglich um eine Interimslösung für die Zeit bis zum Baustart – voraussichtlich Ende 2017/Anfang 2018 – gehen sollte.

Kompromiss für Interimszeit

Rechtsanwalt Reiner Geulen, der die Bühnen vertrat, sagte, in erster Linie ginge es um die Komödie. „Und aus der werden wir nicht rausgehen, über alles andere sind wir bereit zu reden“, sagte er. Für den Anwalt des Investors, Hans Konrad, jedoch ein Ko-Kriterium. Da das Theater die Räume nicht aufgeben wolle, auch nach einer Übergangszeit nicht, gefährde diese Haltung das Großprojekt Kudamm-Karree.

Die Theater hätten beim gesamten Projekt nur einen Anteil von fünf Prozent. Die Bauabsicht werde nicht aufgegeben. Ein Kompromiss sei nur für eine Interimszeit möglich, wenn die Theater akzeptierten, dass die alten Bühnen abgerissen würden und eine neue Spielstätte gebaut werden würde. Doch dazu waren Martin Woelffer und Anwalt Geulen nicht bereit. Geulen bezweifelte zudem, dass der Investor überhaupt eine Baugenehmigung für seine Planung erhält. Außerdem sei Mars PropCo gar nicht klageberechtigt.

Das Landgericht werde am 19. Juli (12.00 Uhr) eine Entscheidung verkünden, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Dies müsse aber kein Urteil sein. Möglich wäre auch ein Beschluss, Beweise zu erheben.