Kreuzberg

Karneval der Kulturen: Erste Straßen sind schon gesperrt

| Lesedauer: 5 Minuten
Katrin Lange
Beim Karneval der Kulturen geht es immer sehr farbenfroh zu. Leider soll das Wetter in diesem Jahr nicht so gut sein

Beim Karneval der Kulturen geht es immer sehr farbenfroh zu. Leider soll das Wetter in diesem Jahr nicht so gut sein

Foto: picture alliance/Eventpress Herrmann

Tausende feiern Pfingsten den traditionellen Umzug und ein Straßenfest. Die ersten Straßen werden schon am Donnerstag gesperrt.

Die afrikanischen Masken stehen bereit, auch die Papageien aus Pappmaché und die Geldsäcke für die Bonzen. Transparente sind zum Trocknen aufgespannt. In den neuen Werkstätten des Karnevals der Kulturen in Marzahn laufen die letzten Vorbereitungen für den großen Umzug am Pfingstsonntag.

Andrea Calixto hält einen Pinsel in der Hand. Die 27-jährige Kolumbianerin muss einen Hut mit einer meterlangen Krempe bemalen für die Dekoration des Umzugswagen. „Viel Gold, viel Farbe, viel Glück“ – mit diesen Worten beschreibt sie ihr Heimatland. Die Kostüme haben die Farben der Flagge: Gelb, Blau, Rot.

Aufbauarbeiten haben bereits begonnen

Vom 13. bis 16. Mai 2016 ist es auch in Kreuzberg wieder sehr bunt. Zum 21. Mal wird der Karneval der Kulturen gefeiert. Das Fest beginnt am Freitag, 16 Uhr, mit dem Straßenfest auf dem Blücherplatz, das bis Montag, 19 Uhr, ein vielfältiges Bühnenprogramm bietet.

Am Sonnabend starten die Kinder um 13.30 Uhr zu ihrem Umzug auf dem Mariannenplatz bis zum Görlitzer Park. Höhepunkt ist am Pfingstsonntag der große Straßenumzug ab 12.30 Uhr vom Hermannplatz über die Hasenheide und Gneisenaustraße.

<<< So wird das Wetter zu Pfingsten >>>

Die Aufbauarbeiten vor Ort haben bereits begonnen. Einige Straßen werden bereits an diesem Donnerstag gesperrt. Am 15. und 16. Mai müssen weitere Bereiche für den Straßenumzug gesperrt werden. Dazu gehören die Urbanstraße, der Hermannplatz, der Mehringdamm und die Möckernstraße. Am 16. Mai werden diese Sperrungen um 7 Uhr aufgehoben. Die Verkehrsbetriebe leiten mehrere Buslinien um und verdichten den Takt der U-Bahnen.

Diese Straßen werden laut Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) gesperrt:

- Tempelhofer Ufer/Waterloo-Ufer zwischen Mehringdamm und Zossener Straße von Donnerstag ab 18 Uhr bis Dienstag, 6 Uhr

- Zossener Straße zwischen Baruther Straße und Waterloo-Ufer von Donnerstag ab 10 Uhr bis Dienstag, 6 Uhr

- Blücherstraße zwischen Mehringdamm und Brachvogelstraße von Donnerstag ab 10 Uhr bis Dienstag, 6 Uhr

- Baruther Straße von Sonntag, 14 Uhr, bis Montag, 5 Uhr

- Mehringdamm von Sonntag, 14 Uhr, bis Montag, 5 Uhr

- Hermannplatz am Sonntag 11 bis 20 Uhr

- Gneisenaustraße von Sonntag, 7 Uhr, bis Montag, 5 Uhr

- Urbanstraße von Sonntag, 7 Uhr, bis Montag, 5 Uhr

- Hasenheide und Südstern von Sonntag, 7 Uhr, bis Montag, 5 Uhr

- Yorckstraße bis Katzbachstraße von Sonntag, 4 Uhr, bis Montag, 5 Uhr

5000 Menschen nehmen diesmal am Aufzug teil

Insgesamt 73 Gruppen sind in diesem Jahr beim Straßenumzug dabei. Darunter sind 23 Gruppen, die traditionelle Tänze zeigen, zehn Gruppen mit politischen Themen und zwölf Percussionsgruppen.

Mehr als 100 Formationen hätten sich in den besten Jahren angemeldet, sagt Ruth Hundsdoerfer vom Karnevalsbüro. Dennoch würde die Teilnehmerzahl steigen. Im vergangenen Jahr seien es 3900 gewesen, in diesem Jahr mehr als 5000. Eine Erklärung sieht sie darin, dass sich Gruppen mit ähnlichen Themen und Darbietungen zusammengeschlossen haben.

Einige Gruppen sind zum ersten Mal dabei

Allein zwölf Gruppen sind zum ersten Mal dabei. Dazu gehört das deutsch-japanische Team „Kashiwa-Ren“, das als 26. Formation im Umzug startet. Die Gruppe präsentiert erstmals in Deutschland einen Mikoshi, eine tragbaren Schrein, der symbolisch für lokale Feste in Japan steht.

Neu ist auch die Startnummer 50, die „Grupo Chile – Berlin“. Gegründet hat sie ein Politikwissenschaftler aus Chile, der mit seiner Familie in Berlin lebt und nun seinen Kindern die Kultur des Heimatlandes vermitteln will. Dazu gehört der Cueca – ein Tanz, den sie auf dem Umzug vorstellen. Eine Programmänderung hat es bei der Gruppe „Calaca“ nach dem Auftauchen der Panama-Papiere gegeben. Sie zeigen als 24. Gruppe, wie die schwarzen Kassen funktionieren und lassen sich bestechen.

„Berlin - die verrückteste und schönste Stadt“

Als „stressig, aber gut“ bezeichnet Ruth Hundsdoerfer die letzten Tage vor dem Fest. Sie nimmt sich dennoch die Zeit, um die neuen Räume an der Wolfener Straße in Marzahn zu zeigen, die ihnen die Gewerbesiedlungs-Gesellschaft GSG vermittelt hat. 1700 Quadratmeter, verteilt auf zwei Etagen, haben die Karnevalisten für Büro, Archiv, Werkstätten und Probenräume zur Verfügung. Natürlich hätte man sich einen zentraleren Standort gewünscht, sagt die junge Frau. Aber alle seien jetzt zufrieden.

Das ist auch Andrea Calixto. Nicht nur mit den neuen Werkstätten, wo sie in Ruhe die letzten Pinselstriche für den „Colombia Carneval“ mit der Startnummer 44 zu Ende bringen kann. Seit einem Jahr ist die Kolumbianerin in Berlin und will hier bleiben. „Es ist die verrückteste und schönste Stadt“, sagt die Studentin. Hier könne sie alles finden, von der Salsa-Party bis zur Elektromusik. Aber besonders schätze sie die Pünktlichkeit der Deutschen und die vielen Biersorten. Und den Spaß beim Karneval der Kulturen.