Evangelische Kirche

Millionen-Kredit für den Wiederaufbau der Garnisonkirche

Die Evangelische Kirche fördert den umstrittenen Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam mit einem Darlehen. Es gibt aber Auflagen.

Am Ende ihrer zweitägigen Frühjahrstagung hat die die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Sonnabend beschlossen, ein zinsloses Darlehen in Höhe von 3,25 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam bereitzustellen. Das bestätigt Heike Krohn-Bräuer, Sprecherin der Landeskirche.

Voraussetzung für die Finanzierung sei aber, dass die Kosten für den ersten Bauabschnitt von 26 Millionen Euro gesichert sind. Die Gesamtkosten des Projekts betragen 37,8 Millionen Euro. Der Bund beteiligt sich am Bau des Turms mit zwölf Millionen Euro. Bis Ende 2016 sollen zur Schließung der Finanzierungslücke Spenden eingeworben werden. Der Wiederaufbau muss bis 2018 beginnen, damit die Baugenehmigung nicht verfällt.

Der Turm der Garnisonskirche hat über eine Zeitraum von mehr als 230 Jahren die Silhouette Potsdams geprägt. An seinem historischen Standort war Teil des berühmten Dreikirchenblicks. Im Juni 1968 wurde die Kirche auf Beschluss der DDR-Regierung gesprengt. Obwohl die Kirche im April 1945 zerstört wurde, konnte der Turm bis zu diesem Zeitpunkt immer noch als Kirchenraum für Gottesdienste genutzt werden. Eine Einsturzgefahr bestand nicht.

Nach dem Mauerfall bezeichnete die erste frei gewählte Stadtverordnetenversammlung in Potsdam die Sprengung als einen „Akt kultureller Barberei“. Der Stadt Potsdam sei damit eine architektonische Meisterleistung von europäischem Rang verloren gegangen, heißt es in dem Beschluss der Landeskirche.

Seit Jahren ist das Thema des Wiederaufbaus der Garnisonskirche auf der Tagesordnung der Landeskirche. Gegner der Rekonstruktion sehen in ihr ein Symbol des Militarismus. Die Landeskirche will den wiedergewonnenen Kirchturm daher künftig als einen exponierten Lernort deutscher Geschichte nutzen. Es soll eine Kirche sein „ohne Hemmschwelle, in der eine sehr weite religiöse Kommunikation eröffnet wird und spezielle Angebote für Touristen, Passanten und Interessierte entwickelt werden“, so die Begründung des Beschlusses.