Denkmalschutz

Berliner Wissenschaftler wollen Schinkel-Kirche retten

Professoren der Berliner Unis sorgen sich um die Friedrichswerdersche Kirche in Mitte. Sie fordern vom Senat, das Bauwerk zu retten.

Dichter  geht es kaum noch: Der siebengeschossige Neubau erdrückt die Kirche des Baukünstlers Schinkel geradezu

Dichter geht es kaum noch: Der siebengeschossige Neubau erdrückt die Kirche des Baukünstlers Schinkel geradezu

Foto: Eckart Wittmann / BM

Wissenschaftler der drei großen Berliner Universitäten FU, TU und HU protestieren gegen „den fragwürdigen Umgang“ mit der seit 2012 geschlossenen Friedrichswerderschen Kirche von Karl-Friedrich Schinkel in Mitte - „einem prägenden Bauwerk Berlins“.

In einem offenen Brief, der an diesem Dienstag Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher vorliegt, fordern die Professoren von FU, HU und TU „die unverzügliche, sachkundige und bestandserhaltene Sanierung dieses herausragenden Bauwerks“.

Die Architektur- und Kunsthistoriker Christian Freigang (FU), Kai Kappel (HU) und Kerstin Wittmann-Englert (TU) betonen in dem offenen Brief, der auch der Berliner Morgenpost vorliegt, dass die angrenzende Wohnbebauung des „in neofeudaler Diktion Kronprinzengärten betitelten“ Siebengeschossers „durch unsachgemäße Fundamentierungen und opulente Tiefgaragen zu einer außerordentlich prekären baustatischen Situation geführt“ habe.

Die Unterzeichner des Schreibens kritisieren zudem, „die maßstabslose, die Kirche gleichsam erdrückende (...) Höhenentwicklung der angrenzenden Bauprojekte“, die zudem äußerst eng an die 1823 bis 1830 errichtete Kirche reichen. Die Friedrichswerdersche Kirche, so die Wissenschaftler, „ist das letzte weitgehend auch in seinem Innern erhaltene und erfahrene Bauwerk Schinkels in Berlin“.

„Wir fordern die Berliner Senatsverwaltung nachdrücklich zu größerer Sensibilität bei Projekten im historischen Kontext auf“, so die Professoren weiter.