Geruchsbelästigung

BVG-Fahrer klagen über Gestank in Leichtbau-Bussen

Die Fahrer berichten von einem unerträglichen Geruch, der an Katzenurin erinnert. Die BVG bestätigt das Problem, gibt aber Entwarnung.

Die BVG setzt seit 2014 den Bus Citea LLE in Berlin ein

Die BVG setzt seit 2014 den Bus Citea LLE in Berlin ein

Foto: dpa Picture-Alliance / Hauke-Christian Dittrich / picture alliance / dpa

Berlin.  Dass es in Bussen und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mal streng riecht, ist nicht ungewöhnlich und den Hauptstädtern daher kaum der Rede wert. Sind es doch in der Regel die Fahrgäste selbst, die mit ihren Ess- und Trinkgewohnheiten für die Geruchsbelästigung sorgen. Doch nun sollen sogar fabrikneue Busse eine Duftnote aufweisen, die zum Himmel stinkt.

Wie BVG-Sprecher Markus Falkner bestätigt, haben sich Busfahrer über den neuen Eindecker Citea LLE des niederländisch-belgischen Herstellers Van der Leegte (VDL) beschwert. Die Rede ist von einem Geruch, der an Katzenurin erinnern soll.

Laut BVG weisen „vereinzelte Neufahrzeuge“ eine Geruchsentwicklung aus. Dieser würde aber nach kurzer Zeit verfliegen, wenn die Busse im Linienbetrieb fahren. Doch die Busfahrer gaben sich damit nicht zufrieden, sehen sie doch in dem als „unerträglich“ bezeichneten Gestank eine Gefahr für ihre Gesundheit. Es gibt Berichte von zu hohem Blutdruck, brennenden Augen und Problemen beim Atmen. Beschwerden von Fahrgästen seien nicht bekannt, sagte indes Jens Wieseke, Sprecher der Berliner Fahrgastverbandes Igeb.

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Gutachten: Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen

Die BVG hat inzwischen bereits zwei Gutachten zum Thema Busgestank in Auftrag gegeben. Beiden seien zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Gesundheitsgefährdung für Fahrer und Fahrgäste ausgeschlossen werden könne. Alle Richtwerte würden eingehalten.

In Berlin sind aktuell rund 110 Citea LLE unterwegs, 236 sind insgesamt bestellt. Der im Mai 2014 erstmals vorgestellte Bus soll bis zu 20 Prozent weniger Diesel als ein herkömmliches Modell verbrauchen und damit auch den Schadstoffausstoß um ein Fünftel senken. Der Bus wiegt nur neun Tonnen – rund drei weniger als die anderen Zwölf-Meter-Busse der BVG.

Möglich machen das Glasfaserstoff und Polyurethan, ein Kunststoff, der auch in Bauschaum oder Gummistiefeln verwendet wird. Die eingesetzten Materialien könnten aber auch Ursache für die aktuelle Geruchsbelästigung sein. „Wir sind mit dem Hersteller im Gespräch, um einen Lösung zu finden“, sagte der BVG-Sprecher.

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