„Berlin ePrix“

U-Bahnstrecke zum Formel-E-Rennen am 21. Mai gesperrt

Die Formel E will am 21. Mai auf der Karl-Marx-Allee gastieren. Ausgerechnet an dem Tag können Gäste nicht mit der U-Bahn anreisen.

Lucas di Grassi (Brasilien) vom Team Audi Sport Abt fährt im ersten freien Training für das FIA Formula E Rennen auf dem früheren Flughafen Tempelhof

Lucas di Grassi (Brasilien) vom Team Audi Sport Abt fährt im ersten freien Training für das FIA Formula E Rennen auf dem früheren Flughafen Tempelhof

Foto: dpa

Wer am 21. Mai die Elektro-Rennwagen auf der Karl-Marx-Allee sehen will, sollte gut zu Fuß sein. Denn ausgerechnet an diesem Wochenende wird die U-Bahn dort nicht fahren. Grund sind planmäßige Bauarbeiten an der U5, für die der Streckenabschnitt zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz drei Wochen lang voll gesperrt wird. „Die Arbeiten sind eingetaktet. Wir können sie nicht mehr verschieben“, bestätigte BVG-Sprecher Markus Falkner der Berliner Morgenpost.

Rundkurs führt über die Karl-Marx-Allee

Der Automobilsportverband FIA hatte vorige Woche angekündigt, das diesjährige Rennen der sogenannten Formula E in Deutschland am 21. Mai in Berlin austragen zu wollen. Die ausschließlich elektrisch angetriebenen Boliden sollen demnach mit bis zu 220 km/h über einen gut zwei Kilometer langen Rundkurs rasen, der über die Karl-Marx-Allee, die Lichtenberger Straße und um den Strausberger Platz herum führt.

Die Berliner Formel-E-Premiere fand im Vorjahr am früheren Flughafen Tempelhof statt. Doch das Gelände steht in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung, weil die Hangars zur Unterbringung von Tausenden Flüchtlingen gebraucht werden. Die FIA prüfte daraufhin Alternativen – auch außerhalb von Berlin. Im Gespräch für das einzige Formel-E-Rennen in Deutschland sollen München und Nürnberg gewesen sein.

Berlin will prestigeträchtige Veranstaltung halten

Nicht zuletzt aus Furcht vor einer Abwanderung wollte der Berliner Senat die prestigeträchtige Veranstaltung aber gern behalten und suchte ebenfalls nach Alternativen. Die Avus, auf der viele Jahre lang Autorennen gefahren wurden, kam jedoch nicht infrage. Denn am selben Wochenende findet in Berlin das DFB-Pokalfinale statt, die Autobahn wird für die anreisenden Fans gebraucht.

Die Straße des 17. Juni, ein weiterer beliebter Veranstaltungsort in Berlin, ist schon für eine Laufevent reserviert. So kam die Karl-Marx-Allee ins Spiel, ein breiter, in den 50er-Jahren angelegter Boulevard, der zu DDR-Zeiten bereits für Jubel-Aufmärsche, Militärparaden und eben auch für große Sportereignisse wie etwa die „Friedensfahrt“ genutzt wurde.

Tribünen für bis zu 14.000 Zuschauer

Am 15. Februar gab die FIA bekannt, dass der „Berlin ePrix“ auf der Karl-Marx-Allee ausgetragen wird. Geplant ist einen 2030 Meter lange Rennstrecke, die über elf Kurven verfügt. Die Boxengasse soll auf der nördlichen Fahrbahnseite eingerichtet werden. In Höhe des Kino „International“ sind zudem Tribünen für bis zu 14.000 Zuschauer geplant. Für ihre Anreise hätte sich vor allem die U5 geeignet, die vom Verkehrsknoten Alexanderplatz aus den Veranstaltungsort in wenigen Minuten erreicht.

Doch wegen der Bauarbeiten können die Züge ab Alex nicht fahren. Auch ein Ersatzverkehr von Bussen geht nicht, weil die Karl-Marx-Allee für das Rennen komplett gesperrt werden muss. Es gebe aber intensive Gespräche mit dem Veranstalter, wie Zuschauer dennoch an die Strecke transportiert werden können, heißt es von der BVG.

Eine Option ist, Shuttlebusse zwischen nahe gelegenen Haltestellen der S-Bahn und der Straßenbahn zur Rennstrecken fahren zu lassen.