Insolvenz

100-Millionen-Projekt Meilenwerk auf Eiswerder liegt auf Eis

Geplant war ein Luxusidyll mit Hotel, teuren Wohnungen und Oldtimer-Ausstellung. Doch jetzt ist der Betreiber, die Meilenwerk AG, pleite.

So sollte es aussehen – das neue Meilenwerk auf der Insel Eiswerder. Doch jetzt liegen die Pläne erst einmal auf Eis

So sollte es aussehen – das neue Meilenwerk auf der Insel Eiswerder. Doch jetzt liegen die Pläne erst einmal auf Eis

Foto: Meilenwerk

Von einer „Insel der schönen Dinge“ hatte Martin Halder geträumt. Der Chef der Meilenwerk AG wollte auf Eiswerder, dem 14 Hektar großen Eiland in der Spandauer Havel, eine Ausstellung für Oldtimer, eine 3000 Quadratmeter große Eventfläche, teure Eigentumswohnungen und ein Hotel entstehen lassen. 100 Millionen Euro sollten hier investiert werden. Wenn alles nach Plan gelaufen wäre, hätte das Areal Ende 2015 eröffnen können. Doch stattdessen kam jetzt die Pleite.

Auffanggesellschaft will Projekt weitgehend umsetzen

„Die Insolvenz wurde bereits am 7. Januar beantragt, am 29. Januar wurde das Verfahren eröffnet“, sagte der Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma am Dienstag der Berliner Morgenpost. Jetzt müsse geklärt werden, ob die Investoren willens sind, einen zweiten Anlauf zu unternehmen. Noch in dieser Woche will Christian Malorny, langjähriger McKinsey-Berater im Automobilbereich, eine Auffanggesellschaft unter dem Namen „Pace & Property“ gründen. Diese soll das Meilenwerk-Konzept weitgehend so umsetzen wie ursprünglich geplant – auch unter dem Namen Meilenwerk, „aber wir stellen uns professioneller auf“, erklärte Malorny. Er versicherte, dass es bei den geplanten 100 Millionen Euro Investitionssumme bleibt. Bisher hatte Halder davon lediglich 2,5 Millionen Euro für die Projektplanung umgesetzt. Der Bau hatte noch gar nicht begonnen.

Für Spandaus Baustadtrat kommt die Insolvenz nicht überraschend. „Es gab immer wieder Verzögerungen, aber wir können ja nichts erzwingen“, sagte Carsten Röding (CDU) der Berliner Morgenpost. Jetzt müsse man abwarten, was der Insolvenzverwalter vorschlägt. „Wir sind investitionsfreundlich, aber die Pläne müssen wirtschaftlich passen und mit dem Bebauungsplan sowie dem Denkmalschutz vereinbar sein.“ In den Backsteinbauten aus dem 19. Jahrhundert war einst das Königlich Preußische Feuerwerkslaboratorium untergebracht.

Nicht die erste Pleite Martin Halders

Eiswerder ist nicht die erste Pleite Halders. 2003 hatte er das erste Meilenwerk in der Wiebestraße in Moabit gegründet, Standorte in Düsseldorf und Stuttgart folgten. Doch in Düsseldorf musste Halder schon einmal Insolvenz anmelden. Heute werden alle drei Standorte unter anderem Namen von anderen geführt. Doch Halder versuchte es weiter. Neben Berlin sollten auch Meilenwerke am Zürichsee, in Hamburg und am Chiemsee entstehen. Damit hat er sich offenbar übernommen.

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