Wasserrohrbruch

Acht Wochen Staufalle vor dem Rathaus Schöneberg

Nach dem Rohrbruch am Rathaus Schöneberg wird der Knotenpunkt Martin-Luther-Straße Ecke Belziger Straße acht Wochen lang zur Staufalle.

Berlin - Wasserrohrbruch am Rathaus Schöneberg

Berlin - Wasserrohrbruch am Rathaus Schöneberg

Foto: Joerg Krauthoefer

Ein Krater auf der Martin-Luther-Straße vor dem Rathaus Schöneberg ist die neueste Staufalle für Berlins Autofahrer. Nach einem Wasserrohrbruch am Freitagnachmittag wird der Verkehr dort rund acht Wochen lang nicht wie gewohnt rollen können, kündigten die Berliner Wasserbetriebe (BWB) am Montag an.

Nachdem eine 30 Zentimeter dicke Versorgungsleitung geborsten war, stand die Kreuzung Martin-Luther-Straße Ecke Dominicusstraße und Belziger Straße am Freitag komplett unter Wasser. Anwohner berichten, dass seit dem Rohrbruch das Wasser in ihren Wohnungen nur noch spärlich fließt. Die Martin-Luther-Straße ist Richtung Süden zweispurig, im Kreuzungsbereich nur einspurig befahrbar. Nach Norden ist sie bis zur Meininger Straße voll gesperrt. Die Dominicusstraße kann von der Fritz-Elsas-Straße nach Norden nicht mehr befahren werden. Die Belziger Straße ist nur bis zur Gothaer Straße freigegeben. Die Verkehrsbehörden raten Autofahrern, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Das Rohr sei vor dem Haus Belziger Straße 74 gebrochen, sagte BWB-Sprecher Stephan Natz der Berliner Morgenpost. Es müsse eine Weile gedauert haben, bis sich das Wasser seinen Weg an die Oberfläche der Kreuzung gebahnt habe. Zusätzliche Komplikation: Der Einsatztrupp der Wasserbetriebe konnte einen Absperrschieber an der Fritz-Elsas-Straße, mit dem der Wasserlauf hätte unterbrochen werden sollen, zunächst nicht finden. „Den hat irgendwer einfach zuasphaltiert“, sagte Natz. Der Schieber habe erst freigebaggert werden müssen.

Wegen der Verzögerungen sei auf der Kreuzung „ein riesiger Asphaltdeckel von rund 2000 Quadratmetern“ unterspült worden. „Wir haben so etwas bei einer Leitung dieser Größenordnung noch nicht erlebt“, sagte Natz. Zunächst hatten die Wasserbetriebe vier Wochen veranschlagt, um zwei veraltete Wasserrohre auf rund 35 Metern Länge im Bereich der Schadstelle auszutauschen und den Straßenbelag wieder aufzubauen. Doch nach einer Begehung am Montag mit Tiefbauern, Verkehrsbehörden und anderen Versorgern, die Leitungen im Baustellenbereich haben, sagte Natz: „Das wird mindestens acht Wochen dauern.“

Wechseln Frost- und Tauwetter, brechen die Straßen auf

Um an die Frischwasserrohre heranzukommen, müssten Gasrohre, Telekom-Leitungen und Ampelsysteme beiseite geräumt oder aufwendig umgangen werden. Zudem sei der Unterbau der Fahrbahn mit 70 Zentimetern an dieser Stelle besonders dick. „Das müssen wir alles wiederherstellen“, begründete Natz die extrem lange Bauzeit am Verkehrsknotenpunkt.

Obwohl nach der Moabiter Fenn­straße zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Havarie bei den Wasserbetrieben zu wochenlangen Verkehrsbeeinträchtigungen führt, bewertet das Unternehmen die Lage nicht als Häufung. Im Jahr 2015 habe es in ganz Berlin 545 Rohrschäden gegeben. „So wenig wie zuletzt 1967“, betonte Natz. Winterbaustellen wie auf der Charlottenburger Hardenbergstraße oder schadensbedingte Tempolimits wie an den maroden Brücken der Stadtautobahn am Dreieck Funkturm bringen den Verkehr dennoch zum Stocken.

Die gute Nachricht: Durch den milden Winter sind bisher auf Berlins Straßen weniger Schlaglöcher aufgerissen als sonst während der kalten Jahreszeit. „Wenn Frost- und Tauwetter abwechseln, brechen die Straßen auf“, erklärte Marc Schulte (SPD), Baustadtrat in Charlottenburg-Wilmersdorf. „Insofern haben wir im Moment keine besonderen Schäden“.

Auch Daniel Krüger (CDU), Baustadtrat in Tempelhof-Schöneberg, sagt, er wisse außer der Sperrung am Rathaus Schöneberg „zur Zeit von keinen Vorkommnissen, die uns zu operativer Hektik zwingen“. 25 Millionen Euro gibt der Senat jährlich zur Schlaglochbeseitigung an die Bezirke. Wie einige andere Bezirke schiebt auch Tempelhof-Schöneberg Projekte aus dem Jahr 2014 vor sich her. Als Grund sieht Krüger die noch immer schleppende Arbeit der Verkehrslenkung. Dort würden Genehmigungen für den Straßenbau zu spät erteilt.