Forschungsprojekte

Coca-Cola zahlte eine Million Euro an die Berliner Charité

Darf ein Hersteller von zuckerhaltiger Brause Wissenschaftsprojekte zum Thema Herzgesundheit fördern? Verbraucherschützer üben Kritik.

Die Charité verlängert die Forschungspartnerschaft mit Coca-Cola nicht

Die Charité verlängert die Forschungspartnerschaft mit Coca-Cola nicht

Foto: Jens Kalaene / picture alliance / dpa

Der Coca-Cola-Konzern und dessen Stiftung sollen in den vergangenen Jahren Forschungsprojekte aus dem Gesundheitsbereich in Deutschland mit rund 7,5 Millionen Euro geförrdert haben – darunter auch an der Berliner Charité. Das berichten „Süddeutsche Zeitung“ und das ZDF-Magazin „Frontal 21“. Grundlage ist eine Auswertung der Verbraucherorganisation „Foodwatch“.

Demnach floss insgesamt eine Million Euro des Sponsorings im Rahmen der Coca-Cola-Initiative „Hör auf dein Herz“ an das Institut für Geschlechterforschung in der Medizin der Charité. Dieses untersucht unter anderem die Herzgesundheit bei Frauen.

„Foodwatch“-Gesundheitsexperte Oliver Huizinga verwies gegenüber „Frontal 21“ darauf, dass zuckerhaltige Getränke mitverantwortlich seien für Übergewicht und Diabetes Typ 2 und damit auch für Herzerkrankungen: „Es ist daher natürlich naiv zu glauben, dass gerade Coca-Cola, der Weltmarktführer für Zuckergetränke, ein geeigneter Partner für Gesundheitsprogramme und für Gesundheitsinitiativen ist.“

Charité weist Kritik zurück

An der Charité weist man jedoch den Verdacht zurück, der Konzern könnte die Forschung beeinflusst haben. „Die Vereinbarungen mit der Geldgeberin wurden vor Abschluss von der Verwaltung der Charité geprüft. Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit des Instituts und der Charité wurden damit in keiner Weise verletzt“, sagte ein Sprecher der „Süddeutschen Zeitung“.

Coca-Cola habe nie Einfluss auf die Studie geltend gemacht. Das Engagement sei im Rahmen der sozialen Verantwortung des Unternehmens zu sehen.

Die Forschungsprojekte seien jetzt allerdings abgeschlossen – und eine Verlängerung nicht geplant.