Kunstaktion

Ai Weiwei will Mahnmal für Flüchtlinge in Berlin errichten

Der chinesische Künstler Ai Weiwei plant ein Mahnmal für ertrunkene Flüchtlinge aus Tausenden Schwimmwesten – in Berlin.

Schwimmwesten stapeln sich auf Lesbos – Ai Weiwei will aus ihnen ein Mahnmal errichten

Schwimmwesten stapeln sich auf Lesbos – Ai Weiwei will aus ihnen ein Mahnmal errichten

Foto: Stratis Balaskas / dpa

Der chinesische Künstler Ai Weiwei will in Berlin ein Mahnmal zum Gedenken an ertrunkene Flüchtlinge errichten. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, will er dazu rund 14.000 Rettungswesten aufeinander türmen. Wo in Berlin das Denkmal stehen soll, ist allerdings noch nicht bekannt.

Ai Weiwei habe die Westen von der griechischen Insel Lesbos erhalten. Das Kunstprojekt soll auf das „Verbrechen“ aufmerksam machen, „das Tag für Tag von skrupellosen Menschenschmugglern in der Ägäis verübt wird“.

Bei der Flucht über das Mittelmeer sind im vergangenen Jahr 3771 Menschen ums Leben gekommen – mehr als jemals zuvor binnen eines Jahres. Die Routen über das Wasser werden häufig von Menschenschmugglern genutzt, auf deren schlecht ausgestatteten Booten viel zu viele Menschen Platz finden müssen. Zudem tragen sie zumeist nur Billigschwimmwesten, die im Falle eines Unglücks wirkungslos sind.

Solche Westen sind es auch, die Ai Weiwei für sein Mahnmal nutzen will. Sie sollen zu Tausenden nahe der Kleinstadt Mithymna auf Lesbos liegen, sie wurden von Flüchtlingen am Strand zurückgelassen.

Seit August 2015 ist Ai Weiwei in Berlin

Ai Weiwei ist seit November des vergangenen Jahres Gastprofessor an der Universität der Künste (UdK), seit August 2015 lebt er mit seiner Partnerin Wang Fen und dem gemeinsamen Sohn Ai Lao in Berlin. Zuvor hatte er seit 2011 China nicht verlassen dürfen, er stand dort unter Hausarrest. Er ist durch der bekannteste Regimekritiker des Landes.

Erst am Wochenende hatte Ai Weiwei mit einer Kunstaktion zur Flüchtlingskrise füf Aufsehen gesorgt: Er legte sich auf Lesbos an den steinigen Strand, genau an der Stelle, an der der ertrunkene syrische Junge Aylan gelegen hatte - das Foto des Kindes ging um die Welt.

Kurz davor hatte Ai Weiwei aus Protest gegen die verschärfte Asylpolitik der dänischen Regierung eine Schau mit seinen Werken in Kopenhagen gestoppt.

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