Verwaltung

Software installiert - Berlins Bürgerämter öffnen wieder

Zwei Tage waren die Bürgerämter geschlossen. Jetzt geht es mit neuem PC-Programm weiter. Wie gut es funktioniert, weiß man noch nicht.

Schlangestehen vor dem Bürgeramt in der Sonnenallee in Neukölln.

Schlangestehen vor dem Bürgeramt in der Sonnenallee in Neukölln.

Foto: dpa Picture-Alliance / Gregor Fischer / picture alliance / dpa

Neustart mit neuer Software. Berlins Bürgerämter sind von Dienstag an wieder geöffnet und gehen mit einer neuen Software an den Start. Weil sie erst installiert werden musste, waren die Ämter in allen Bezirken vergangenen Freitag und auch am Montag geschlossen. Bereits am Donnerstag, den 21. Januar, wurde zudem überall nur noch eine verkürzte Sprechstunde angeboten.

Die Zeit wurde dafür benötigt, um etwa 7,6 Millionen Daten zu überspielen. Auch bereits beantragte Dokumente wie Personalausweise oder Reisepässe konnten während der langen Umstellungsphase nicht abgeholt werden – und blieben liegen.

„Die bislang genutzte Software stammte noch aus den 90er-Jahren und war schon lange nicht mehr auf dem aktuellen Stand“, sagte der für den Bürgerdienst in Pankow zuständige Stadtrat Torsten Kühne (CDU). Wie Kühne betonte, stehe die Umstellung aber nicht im Zusammenhang mit der Grundproblematik in den Berliner Bürgerämtern, die angesichts des Personalmangels bekanntermaßen überlastet sind, was für die Bürger bei Onlineterminvereinbarungen Wartezeiten von sechs bis acht Wochen bedeutet.

„Das Grundproblem bleibt, wir brauchen mehr Personal“, so Kühne. Zur Umstellung selbst könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Nur so viel, „ím Notfall können wir jederzeit auf das alte System zurückgreifen.“

„Wir müssen abwarten, wie es in der Praxis läuft“

Auch Dagmar König (CDU), Städträtin für Bürgerdienste in Charlottenburg-Wilmersdorf, betrachtet die Aktualisierung der Software als dringend geboten. „Die Software dient als Arbeitsgrundlage für rund 90 Prozent der Meldeaufgaben. Sie muss unbedingt modernisiert werden.“

Wie das neue Programm funktioniere, könne man natürlich erst nach den ersten Erfahrungen an diesem Arbeitstag mit dem neuen System beurteilen, so König. „Kristallkugeln haben wir alle nicht, jetzt müssen wir erstmal abwarten, wie es in der Praxis läuft“, sagte die Bezirkspolitikerin am Montag der Berliner Morgenpost.

Ronald Schäfer, Leiter der Bürgerämter im Bezirk Mitte, verwies am Montag auf Nachfrage ebenfalls darauf, dass erst nach „dem Echtbetrieb eine Einschätzung über die Funktionalität der neuen Software VOIS in den Bürgerämtern“ möglich sei.