Außenwirtschaft

Berlin eröffnet eine Repräsentanz in Istanbul

Die Wirtschaftsverwaltung des Senats will Unternehmern beim Start im jeweils anderen Land helfen.

Die Hagia Sopia in Istanbul

Die Hagia Sopia in Istanbul

Foto: Marius Becker / dpa

Berlin wird noch in diesem Frühjahr ein Verbindungsbüro in Istanbul eröffnen. Das bestätigte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Wirtschaft. Man arbeite mit Hochdruck an dem Konzept. Die Repräsentanz soll vor allem wirtschaftliche Kontakte zwischen beiden Metropolen vertiefen und Investitionsmöglichkeiten für türkische Unternehmen in Berlin sowie Berliner Firmen in der Türkei begleiten. Aber auch bei Kulturaustausch und Forschungskooperation soll das „Berlin Office“ behilflich sein. Bisher verfügt Berlin anders als andere Bundesländer nicht über eigene Stützpunkte im Ausland.

SPD-Fraktion ist treibenden Kraft

Treibende Kraft hinter dem Plan ist die SPD-Fraktion mit ihrem Vorsitzenden Raed Saleh. Der war im Oktober 2015 in Berlins Partnerstadt am Bosporus und besuchte dabei auch die Deutsche Auslandshandelskammer (AHK). Anschließend machte er seine Ideen für ein Netz von Berlin-Büros in wichtigen Wirtschaftszentren öffentlich. Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) reagierte zunächst zurückhaltend, weil sie hohe Investitionen befürchtete. Schließlich lenkte sie jedoch ein. Sie lässt ihre Beamten das Konzept erarbeiten. „Ein aufstrebender Wirtschaftsstandort wie Berlin kann es sich nicht leisten, nicht selbst im Ausland Präsenz zu zeigen“, sagte Saleh. Die SPD-Fraktion hatte kürzlich einen Antrag beschlossen, wonach das Konzept bis 31. März vorliegen soll.

Weitere Büros in Moskau, London und San Francisco möglich

Im Doppelhaushalt 2016/2017 gab die Koalition pro Jahr eine halbe Million Euro für die Berlin-Büros frei. Dieses Geld reiche mindestens für ein Büro, wenn nicht für zwei, hieß es. Als weitere Standorte sind unter anderem London, Moskau und San Francisco ins Auge gefasst worden.

Der Chef der Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner, Stefan Franzke, begrüßte den Plan, in Istanbul mit den Büros zu starten. Noch zu klären ist jedoch, in welcher Trägerschaft die „Berlin Offices“ laufen sollen. Saleh hatte eine Beteiligung der Auslandshandelskammer in Erwägung gezogen. Das hätte den Vorteil, dass man mit einem Dienstleistungsvertrag schnell starten und sich an bestehende Strukturen andocken könnte. Bayern lässt sich zum Beispiel in Istanbul von der AHK vertreten.

Berlin-Partner wollen die Büros selber aufbauen

Berlin-Partner-Chef Franzke wiederum möchte als Wirtschaftsförderer die Büros selber aufbauen. Denn die AHKs seien eben nicht nur Berlin und seinen Unternehmen verpflichtet, sondern seien auf ganz Deutschland orientiert, so sein Argument. Diese Frage muss in den nächsten Wochen entschieden werden.

Unabhängig von den „Berlin Offices“ treibt Berlin Partner seine Strategie voran, sich mit kommunalen Partnern im Ausland zu vernetzen und Gründungszentren und sogenannte Inkubatoren gemeinsam zu nutzen. Solche Kooperationen laufen bereits mit der Metropole Tel Aviv und dem New Yorker Stadtteil Brooklyn. Der Sprung nach Asien ist geplant.