Hauptstadtflughafen

Brandenburger CDU will BER zum Drehkreuz machen

Die Union in Brandenburg ist gegen eine Obergrenze für Passagiere am BER. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld dämpft die Erwartungen.

Der neue Hauptstadtflughafen BER soll 2017 endlich öffnen. Die CDU Brandenburg fordert ein langfristiges Nutzungskonzept

Der neue Hauptstadtflughafen BER soll 2017 endlich öffnen. Die CDU Brandenburg fordert ein langfristiges Nutzungskonzept

Foto: dpa Picture-Alliance / Patrick Pleul / picture alliance / ZB

Die Brandenburger CDU fordert den strategischen Ausbau des künftigen Hauptstadtflughafens BER – bis hin zum internationalen Drehkreuz. „Der Airport muss solide ausgebaut werden, damit er im internationalen Wettbewerb bestehen kann“, sagte der Wirtschaftsexperte der CDU-Landtagsfraktion, Dierk Homeyer, am Montag in Schönefeld. „Dann hat der BER auch das Potenzial zum Drehkreuz.“

Die Weichen dazu müssten mit einer langfristigen Planung bereits bis Ende 2016 gestellt werden. Bei einer zweitägigen Klausurtagung verabschiedete die Union ein entsprechendes dreiseitiges Positionspapier zum Flughafen. Es trägt den sinnigen Titel: „BER bereits heute vorausdenken“.

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Flughafenchef Karsten Mühlenfeld dürfte die Erwartungen bei seinem Besuch auf der CDU-Tagung zumindest gedämpft haben. Seine Position ist bekannt: „Wir müssen uns zumindest in den nächsten Jahren davon verabschieden, ein großes Drehkreuz zu werden. Unsere Hoffnung ist heutzutage eher, dass wir Langstreckenverbindungen auch in Direktverbindungen bekommen können.“

2023 werden rund 40 Millionen Passagiere erwartet

Auch fordert die Union, die Kapazität für den Airport nicht zu begrenzen. „Eine Passagier-Obergrenze sollte es nicht geben“, sagte Fraktionschef Ingo Senftleben. Eine Begrenzung der Kapazitäten wäre unehrlich gegenüber den Bürgern und wirtschaftlich unverantwortlich.

„Die Passagierzahlen wachsen seit mehr als zehn Jahren schneller als der Durchschnitt der anderen deutschen Flughäfen“, so Senftleben. Im Vergleich zum Jahr 2004 haben sie sich auf heute fast 30 Millionen nahezu verdoppelt. Dieses Wachstum werde in den nächsten Jahren anhalten, sodass im Jahr 2023 mit mehr als 40 Millionen Passagieren gerechnet werde.

Es sei notwendig, die langfristige Planung des BER kontinuierlich an die Entwicklung anzupassen. In dem CDU-Papier heißt es: „Ausweichflughäfen außerhalb der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg stellen keine Alternative zu einer bedarfsorientierten Erweiterung des Flughafenstandorts Schönefeld dar.“ So kommt für die Union Leipzig als „Zweitflughafen“ nicht infrage.

Flughafen schon 2017 zur Eröffnung zu klein

Fest steht, dass der Flughafen nach mehreren gescheiterten Starts schon vor seiner im zweiten Halbjahr 2017 geplanten Eröffnung zu klein ist. Die Union begrüßt deshalb den Plan, Schönefeld-Alt vorerst weiter zu nutzen und Zwischenlösungen zu erarbeiten. Der Flughafen Tegel solle aber wie geplant, geschlossen werden, sobald der BER eröffnet habe, so die CDU.

„Wir glauben an den wirtschaftlichen Erfolg des Flughafens“, sagte SPD-Fraktionschef Senftleben. Schon jetzt boome die Region. In Berlin-Brandenburg seien schon heute rund 100 Unternehmen der Luftfahrtindustrie mit etwa 7100 Mitarbeitern tätig. Prognosen gingen von mehreren 10.000 Arbeitsplätzen in dieser Branche aus.

Die Immobilienpreise steigen. „Die Fokussierung auf die reine Ansiedlung von Logistikunternehmen“ sei der langfristigen Entwicklung aber eher abträglich“. Es müsse auch die infrastrukturelle Anbindung sowohl des BER als auch des Flughafens Schönefeld-Alt gesichert sein. Schon jetzt sei das Verkehrsaufkommen sehr hoch und werde mit der BER-Eröffnung weiter steigen. Die B 96 gehöre ausgebaut und ein zusätzlicher Autobahnanschluss geschaffen. Auch ein „effektiver Anschluss des U-Bahnhofs Rudow und ein eng getakteter S-Bahnpendelverkehr zwischen dem BER und Schönfeld-Alt“ seien notwendig.

Zügige Umsetzung des Schallschutzes gefordert

Außerdem pocht die Union auf die zügige Umsetzung des Schallschutzes für die Anwohner. Um die Belastungen für die umliegenden Landkreise Teltow-Fläming und Märkisch-Oderland zu kompensieren, schlägt sie vor, dass sie über einen Lastenausgleich eine finanzielle Beteiligung am Gewinn des Flughafens erhalten.