Auf Flughafen-Vorfeld

Tempelhofer Feld: Senat plant Hallen für 3500 Flüchtlinge

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Auf dem Vorfeld des ehemaligen Flughafens sollen Einrichtungen für Flüchtlinge entstehen

Auf dem Vorfeld des ehemaligen Flughafens sollen Einrichtungen für Flüchtlinge entstehen

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Der Senat will auf dem Vorfeld des früheren Flughafens fünf weitere Hallen errichten. Auch eine Schule und eine Kita sind geplant.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat einen Entwurf für das Gelände des stillgelegten Flughafens Tempelhof erarbeitet. Demnach sollen auf dem Vorfeld fünf weitere Tragluft- und Leichtbauhallen errichtet werden. Dabei soll es aber nicht bleiben. Zusätzlich sollen dort Sportplätze, eine Großküche, eine Kita, eine Schule und weitere Einrichtungen entstehen. Die Pläne will Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) am Freitagabend in einem Fachgespräch mit Vertretern der Fraktionen im Abgeordnetenhaus und interessierten Bürgern diskutieren.

Die Flächenreserven Berlins seien durch den „unvermindert anhaltenden Zuzug von Flüchtlingen... absehbar erschöpft“, schreibt Gaebler in seiner Einladung, die der Berliner Morgenpost vorliegt.

Vertreter der Bürgerinitiative 100 Prozent Tempelhofer Feld, die ebenfalls eingeladen wurden, wollen der Diskussion am Freitag fernbleiben. „An Gesprächen, die eine Änderung des Tempelhof-Gesetzes zur Grundlage haben, nehmen wir nicht teil“, teilte der Vorstand am Donnerstag mit. Das Tempelhof-Gesetz sei bei einem Volksentscheid beschlossen worden und deshalb im kleinen Kreis nicht verhandelbar, so die Begründung der Bürgerinititiative.

Im Mai 2014 hatte eine Mehrheit gegen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes votiert. Für den Bau der Notunterkünfte müsste das Tempelhof-Gesetz geändert werden. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) drängt auf eine Änderung des Gesetzes noch im Januar. Er sei erstaunt, dass es in bestimmten Fraktionen eine Debatte darüber gebe, dies auf Mitte Februar zu verschieben, sagte Müller am Freitag.

Er habe im November viel Zustimmung für seine Ankündigung erhalten, dass die Randflächen des Tempelhofer Felds für Flüchtlingsunterkünfte gebraucht würden, so Müller weiter. „Der Problemdruck ist der gleiche wie im November. Es gibt keinen Grund, diesen Beschluss zu verzögern“, betonte der Regierungschef. „Wir müssen Ernst machen mit der Beschleunigung.“

Am Donnerstag waren die ersten 200 Flüchtlinge in den Hangar 7 im ehemaligen Flughafen gezogen. Er bietet Platz für 500 Menschen. Vier der sieben Flugzeughallen sind damit derzeit bewohnt.

( tok )