Falsche Website

FU Berlin wehrt sich gegen gefälschte Flüchtlingskampagne

Eine im FU-Design gehaltene gefälschte Website behauptet, in Gebäude der Uni sollten Flüchtlinge einziehen. Die FU dementiert.

Die Initiatoren der Aktion haben sogar ein Bauschild im FU-Design (rechts) vor einer Villa installiert, um zu behaupten, dass dort nun Flüchtlinge einziehen. Das Foto veröffentlichten sie im Internet

Die Initiatoren der Aktion haben sogar ein Bauschild im FU-Design (rechts) vor einer Villa installiert, um zu behaupten, dass dort nun Flüchtlinge einziehen. Das Foto veröffentlichten sie im Internet

Foto: Fake-Website fu-welcome.de

Die FU Berlin geht gegen eine Kampagne und eine gefälschte Website vor, die behauptet, die FU wolle künftig Flüchtlinge in Gebäuden der Universität unterbringen. Auf der Website www.fu-welcome.de ist zu lesen, die FU setze „ein deutliches Zeichen für eine Willkommenskultur und kündigt ein umfassendes akademisches und soziales Maßnahmenpaket für Flüchtlinge an. Im Rahmen eines Pilotprojektes sollen leerstehende Liegenschaften der Universität geflüchteten Menschen zur Verfügung gestellt werden.“

Die Website ist im Corporate Design der Freien Universität gehalten und ähnelt stark einer tatsächlich von der FU betriebenen Seite für Flüchtlinge. Auch eine gefälschte Pressemitteilung wurde am Mittwoch verbreitet.

Die angebliche Partnerschaft mit dem Lageso ist völlig fiktiv

Angeblich freue sich, „das Uni-Präsidium bekannt zu geben, dass leerstehenden Liegenschaften auf dem FU-Campus in Dahlem in Wohnraum für Flüchtlinge umgewandelt werde.“ Die Entscheidung dazu sei angeblich in einer kurz vor Weihnachten einberufenen Sondersitzung des Akademischen Senats getroffen worden. Es handele sich angeblich um eine Partnerschaft mit dem Landesamt für Soziales und Gesundheit (Lageso).

Zusammen mit der Pressemeldung verbreiteten die Initiatoren der Kampagne sogar ein Foto, auf dem neben einem einer angeblich künftig für Flüchtlinge zur Verfügung stehenden Villa im FU-Besitz ein professionell und ebenfalls im FU-Design gemachtes Bauschild steht, auf dem zu lesen ist: „Welcome to FU Berlin. Die Freie Universität stellt Wohnraum für Geflüchtete zur Verfügung.“ Es wird außerdem auf ein angebliches Willkommensfest hingewiesen.

Die FU will rechtliche Schritte einleiten

Am Mittwoch dementierte ein Sprecher der FU die Behauptungen. Eine solche Kooperation mit dem Lageso gebe es nicht und die FU plane auch nicht, in leerstehenden Gebäuden Flüchtlinge unterzubringen. Die Universität wolle rechtliche Schritte einleiten.

Eine Sprecherin der Aktion mit Decknamen sagte, es sei eine Farce, dass angesichts der Zustände vor dem Lageso leerstehende Uni-Gebäude nicht genutzt würden.

Bereits vor einigen Wochen stellten Studenten Forderungen an die Uni-Leitung, auch zur Nutzung von Uni-Villen durch Flüchtlinge. Die FU hatte erklärt, das sei auch aus rechtlichen Gründen nicht möglich.