Flüchtlinge in Berlin

Wachleute am Lageso kosten Berlin 370.000 Euro im Monat

In Berlin stehen Wachleute vor fast allen Flüchtlingseinrichtungen. Die Kosten dafür sind immens, wie das Beispiel Lageso zeigt.

Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes organisieren am vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin den Einlass

Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes organisieren am vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin den Einlass

Foto: Michael Kappeler / dpa

Die Wachleute vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso), der Berliner Anlaufstelle für Flüchtlinge, kosten täglich rund 12.000 Euro. Im Monat bezahlt die Landesimmobiliengesellschaft (BIM) 370.000 Euro an eine Wachdienstfirma. Das antwortete die Senatsverwaltung für Soziales auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber. Wegen des gestiegenen Andrangs der Flüchtlinge verdoppelten sich diese Kosten seit dem Sommer. Die Gesamtkosten für Wachleute vor den zahlreichen Flüchtlingsheimen und -unterkünften dürften sich inzwischen jährlich auf zweistellige Millionenbeträge summieren.

Ein Wachmann erhält 8,50 Euro Mindestlohn in der Stunde. Die Firma berechnet dem Auftraggeber etwa 14,50 Euro. Pro Acht-Stunden-Schicht sind das 116 Euro. Vor vielen der derzeit 137 Unterkünfte in Berlin stehen in drei Schichten rund um die Uhr jeweils mindestens zwei Wachleute. Das wären pro Tag 696 Euro. Im Monat sind das bei 30 Tagen 20.880 Euro, im Jahr rund 250.000 Euro pro Heim.

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Bei derzeit 137 Unterkünften wären das fast 35 Millionen Euro im Jahr. In vielen großen Quartieren wie den Hangars auf dem früheren Flughafen Tempelhof oder auch am Lageso sind aber viel mehr als nur zwei Wachleute beschäftigt, so dass die tatsächlichen Kosten noch höher sein dürften.

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Wegen der Kosten und der immer wieder auftretenden Konflikte zwischen privaten Wachleuten und Flüchtlingen will die SPD vor dem Lageso und anderen Registrierungsstellen mehr sogenannte Objektschützer der Polizei einsetzen. Das sind keine richtigen Polizeibeamten, sondern Angestellte der Polizei mit kurzer Ausbildung, die Botschaften, Synagogen und andere gefährdete Einrichtungen bewachen.

Diese Polizeiangestellten würden „durch ihre Anwesenheit für Sicherheit“ sorgen, „und vor allem würden die Kosten gegenüber den privaten Sicherheitsunternehmen gesenkt werden“, formulierte die SPD in einem Antrag, den der Koalitionspartner CDU derzeit noch berät. So soll auch die Polizei entlastet werden, die derzeit auch vor dem Lageso täglich viele Leute einsetzen muss und beträchtlichen Aufwand betreibt.