Denkmalschutz

Antikes Haus in Köpenick an Selbstabholer zu verschenken

Ein antikes Haus gibt es in Köpenick - gratis und franko. Die Sache hat für den neuen Eigentümer allerdings einen kleinen Haken.

Das antike Haus in Köpenick-Wendenschloß

Das antike Haus in Köpenick-Wendenschloß

Foto: Landesdenkmalamt Berlin

Zu verschenken: 63 Quadratmeter Wohnraum verteilt auf zwei Etagen. Eine kleine Holzveranda schmückt den Eingangsbereich. Vor dem Haus eine Bank zum Ausruhen und Verweilen. Ein antikes Häuschen in Köpenick, das an eine Blockhütte aus einem russischen Märchen erinnert.

Was sich anhört wie ein unseriöses Immobilienangebot, entpuppt sich als ein verzweifelter Versuch der Denkmalschutzbehörde, das Holzhaus aus dem Jahr 1911 zu retten. Denn die großzügige Schenkung hat einen Haken: Der neue Eigentümer muss das Haus in der Ostendorfstraße 7 denkmalgerecht ab- und auf eigenem Grundstück wiederaufbauen.

Bei der Inventur von der Behörde übersehen

Der Grund für die aufwendige Aktion: Das "denkmalwerte Holzhaus" wurde von der Inventarisierung des Landesdenkmalamts (LDA) in den 1990er-Jahren nicht erfasst. Damit sei das Gebäude auch derzeit nicht geschützt, heißt es in einer Pressemitteilung des Stadtentwicklungsamtes.

Erst nach dem Verkauf des Grundstücks sei das Haus in Köpenick-Wendenschloß „wiederentdeckt" worden, heißt es weiter. Somit hat der Neueigentümer das Grundstück und das Haus ohne denkmalschützende Auflagen erworben. Nun soll das antike Überbleibsel aus dem Jahr 1911 einem Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen und neuen Parkplätzen weichen.

Haus zu verschenken und Land gibt es noch dazu

Um den historischen Bau zu erhalten, suche die Behörde nach einem geeigneten Erwerber, der das Haus an eine andere Stelle umsetzen kann. Kosten für Abbau, Abtransport und Wiederaufbau schätzt das Landesdenkmalamt auf zwischen 100.000 und 150.000 Euro.

Nach Worten von Matthias Dunger, Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes, sei die Versetzung des Hauses zwar sehr aufwändig, es gäbe aber auch Fördertöpfe für solche besonderen Projekte. Das Bezirksamt wäre sogar bereit, ein Grundstück zur Verfügung zu stellen, so Dunger. Jedoch könne das Amt keine Ab- und Aufbaukosten übernehmen.

Ulrike Zeidler, Amtsleiterin für Stadtentwicklung im Bezirk Treptow-Köpenick, nannte den Zustand des Baus gut, fügte jedoch hinzu: „Es braucht einen Denkmalenthusiasten, der sich des Häuschens annimmt. Es wäre jammerschade, wenn es verloren ginge.“