Berliner Nahverkehr

Senat verkündet am Dienstag die Zukunft der S-Bahn

Am Dienstag will der Senat das Ergebnis der Ausschreibung der Ringbahn bekanntgeben. Der alte Betreiber wird wohl auch der neue sein.

Der Senat will am nächsten Dienstag die Zukunft der Berliner S-Bahn verkünden. Nach Informationen der Berliner Morgenpost gibt Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) zum einen das Ergebnis der Ausschreibung der Ringbahn sowie von drei Zubringer-Linien bekannt. Zum anderen soll es auch um den Abschluss von Übergangsverträge mit der Deutschen Bahn über den Weiterbetrieb des übrigen S-Bahn-Netzes sowie der dafür erforderliche Modernisierung von Altbau-Fahrzeugen gehen.

Verkehrsvertrag läuft im Dezember 2017 aus

Nach dem S-Bahn-Chaos 2009 und 2010, vor allem aber in Erfüllung von EU-Forderungen, hatten Berlin und Brandenburg 2012 ein Vergabeverfahren eröffnet und - nach juristischen Einsprüchen - im April 2013 neu gestartet. Ausgeschrieben ist der Betrieb von rund einem Drittel des gesamten, 332 Kilometer S-Bahn-Netzes ab Dezember 2017. Zu diesem Zeitpunkt läuft der Verkehrsvertrag mit der aktuellen Betreiberin, der zum bundeseigenen Bahnkonzern gehörenden S-Bahn Berlin GmbH, aus.

Zahlreiche Eisenbahnverkehrsunternehmen äußerten ihr Interesse an dem Auftrag, darunter die Betreiberin der Pariser Metro sowie die privaten Unternehmen MRT aus Hongkong und National Express aus Großbritannien. Wer sich am Ende tatsächlich beworben hat, wurde aus vergaberechtlichen Gründen nicht mitgeteilt. Es zeichnete sich zuletzt aber ab, dass die Deutsche Bahn als einziger Bewerber übrig geblieben ist und am Dienstag den Zuschlag erhalten wird. Theoretisch denkbar wären auch noch eine Aufhebung des Verfahrens. Anschließend müsste der Milliarden-Auftrag neu ausgeschrieben oder direkt an ein landeseigenes Unternehmen vergeben werden.

Künftiger Betreiber soll 200 neue S-Bahn-Doppelwagen kaufen

Diese Optionen gelten indes als unwahrscheinlich, weil dies die Bestellung dringend benötigter neuer Züge weiter verzögern würde. Denn der künftige Betreiber der Ringbahn soll auch knapp 200 Doppelwagen kaufen. Diese könnten nach heutigem stand erst 2023 in ausreichender Zahl im Einsatz sein. Ältere S-Bahnen müssen daher nun deutlich länger als geplant weiterfahren.