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Schneller mit der Bahn nach Frankfurt

Zum Fahrplanwechsel gibt es zahlreiche Verbesserungen im Nah- und Fernverkehr

Am 13. Dezember tritt bei Bus und Bahn der neue Fahrplan in Kraft. Meist gibt es nur wenige Abweichungen zum Vorjahr. Diesmal aber können sich vor allem Bahnreisende auf einige echte Verbesserungen freuen. Die Deutsche Bahn nimmt am 9. Dezember den ersten Abschnitt der Hochgeschwindigkeitstrasse Berlin-München in Betrieb.

Ab Fahrplanwechsel fahren dann alle Schnellzüge in Richtung Bayern über die 123 Kilometer lange Neubaustrecke zwischen dem Bahnknoten Halle/Leipzig und Erfurt. Ende 2017 soll der Abschnitt zwischen Erfurt und Ebensfeld in Franken fertig sein. Dann soll der ICE die Strecke Berlin-München planmäßig in weniger als vier statt aktuell sechs Stunden zurücklegen. Die Hauptstadt profitiert aber schon jetzt von der neuen Verbindung: Die Fahrzeit von Berlin nach Erfurt wird sich ab 13. Dezember um fast 50 Minuten auf 105 Minuten verringern.

Auch die Reisezeit bis Frankfurt am Main reduziert sich spürbar. Die Bahn lässt auf der neuen ICE-Linie 15 täglich vier, freitags und sonntags sogar sechs Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Berlin und der Main-Metropole fahren. Deren Fahrzeit liegt knapp unter vier Stunden, sie verringert sich gegenüber der bestehenden Verbindung über Braunschweig um rund 15 Minuten. Im ICE-Sprinter verzichtet die Bahn ab Fahrplanwechsel zudem auf die Reservierungspflicht und den Aufschlag von 11,50 Euro pro Ticket.

Weitere erfreuliche Änderungen: Der ICE zwischen Berlin und Hamburg fährt nun fast den gesamten Tag über im Stundentakt, zudem erhöht die Bahn die Zahl der EC-Verbindungen von vier auf sechs. Schneller will die Bahn auch auf der Strecke Berlin-Dresden-Prag unterwegs sein. So soll sich die Fahrzeit von Berlin nach Prag um etwa 15 Minuten auf knapp viereinhalb Stunden verkürzen. Die tschechische Staatsbahn setzt auf der Strecke zudem modernere Reisezug- und Speisewagen ein.

Weniger erfreulich: Die ICE-Direktverbindung Berlin-Kopenhagen fällt künftig ebenso weg wie der Nachtzug Berlin-München. Auf der modernisierten Strecke zwischen Berlin und Rostock ersetzt die Bahn den komfortablen ICE durch einen normalen IC-Zug, die Fahrzeit von rund zwei Stunden verändert sich dadurch aber nicht.

Die Veränderungen im Fernverkehr haben auch Folgen für den Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg. So tauschen die Regionalexpresslinien RE3 und RE5 die Endstationen südlich von Berlin. Der RE3 fährt nunmehr zwischen Stralsund und Falkenberg (Elster), der RE5 zwischen Rostock/Stralsund und Elsterwerda. Auf der besonders nachfragestarken Strecke zwischen Berlin-Hauptbahnhof und Ludwigsfelde gibt es nun fast einen Halbstundentakt. Weitere Angebotsverbesserungen: Die Linie R10 ab Nauen wird über den Berliner Hauptbahnhof hinaus bis Südkreuz verlängert, die RB13 von Wustermark über Spandau hinaus bis Jungfernheide. Damit soll sich die Fahrplan-Stabilität besonders am überlasteten Bahnhof Spandau verbessern.

Regionalzüge halten jetzt auch am Bahnhof Ostkreuz

Erstmals werden Regionalzüge am bislang der S-Bahn vorbehaltenen Bahnhof Ostkreuz halten. Die neue Linie RB24 führt von Eberswalde über Lichtenberg und Ostkreuz bis nach Senftenberg, im Süden ersetzt sie die bisherige Linie RB19 (Gesundbrunnen-Senftenberg). Wegen der noch nicht beendeten Bahnhofsmodernisierung wird die RB24 in Berlin-Schöneweide allerdings erst ab Frühjahr 2016 halten können.

Bauarbeiten werden das gesamte kommende Jahr auch für Einschränkungen auf der wichtigsten Regionallinie in Berlin-Brandenburg sorgen. Weil die Strecke zwischen Köpenick und Erkner auf Tempo 160 ausgebaut wird, steht dem RE1 dort nur ein Gleis zur Verfügung. Die Fahrzeit des RE1 zwischen Magdeburg und Frankfurt/Oder verlängert sich dadurch um mindestens fünf Minuten. Die bislang durchgehenden Verbindungen nach Eisenhüttenstadt entfallen in dieser Zeit.

Auch die Berliner S-Bahn verbessert ihr Angebot. Wegen der großen Fahrgastnachfrage wird der Fünf-Minuten-Takt auf den Ringbahnlinien S41 und S42 am Vormittag um eine Stunde bis 10.30 Uhr verlängert. Am Abend fährt die S41 bis 20.30 Uhr alle fünf Minuten. Auf der S75 gibt es nun auch am Sonntag einen Zehn-Minuten-Takt zwischen Ostbahnhof und Westkreuz. Nach dem Bau eines zweiten Gleises kann die S5 nunmehr bis Strausberg-Nord im 20-Minuten-Takt statt alle 40 Minuten fahren, montags bis freitags, 5.50 bis 20.30 Uhr, sonnabends, 9.15 bis 19.15 Uhr und sonntags, 11.15 bis 19.15 Uhr.

Nachdem die BVG bereits Anfang Oktober ihr Angebot auf mehreren Bus- und Tramlinien verbessert haben, gibt es zum Fahrplanwechsel nur wenige Änderungen. Auf einigen Bus- und U-Bahn-Linien wird es Taktverdichtungen geben. So fahren die Bahnen auf der U2 (zwischen Pankow und Theodor-Heuss-Platz) und der U5 (zwischen Alexanderplatz und Kaulsdorf-Nord) sowie der U8 (zwischen Hermannstraße und Osloer Straße) freitags bis
22.30 Uhr im Fünf-Minuten-Takt – 1,5 Stunden länger als bisher.

Im Südosten erhalten die Tramlinien 60 und 63 eine neue Linienführung. Die 63 fährt zwischen Adlershof und Mahlsdorf-Süd. Damit gibt es eine direkte Verbindung zwischen dem S-Bf. Köpenick und der Wissenschaftsstadt Adlershof. Die Linie 60 verkehrt ab 13. Dezember zwischen Wasserwerk Friedrichshagen und S-Bf. Schöneweide/Johannisthal. Damit werde laut BVG der Wunsch nach einer umsteigefreien Verbindung zwischen Friedrichshagen und Schöneweide erfüllt.

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