Nahverkehr

20-Jähriger nach Sprung aus fahrender S-Bahn getötet

Der Verstorbene drängte sich durch die Tür nach draußen, als ein Gegenzug kam. Ein zweiter Mann stirbt in einem Tunnel der Linie U6

Der Verkehr auf der betroffenen S-Bahn-Linie war für drei Stunden unterbrochen.

Der Verkehr auf der betroffenen S-Bahn-Linie war für drei Stunden unterbrochen.

Foto: Ole Spata / dpa

Auf der Ringbahnlinie der Berliner S-Bahn hat sich in der Nacht zu Sonnabend ein tragisches Unglück ereignet. Ein 20 Jahre alter Mann ist aus einer fahrenden S-Bahn gesprungen, wurde von einer anderen S-Bahn erfasst und ist dabei ums Leben gekommen. Der Zwischenfall ereignete sich auf der Bahntrasse südlich des Tempelhofer Feldes. Der junge Mann gelangte durch eine Tür des Zuges der Ringbahnlinie S42 unter noch ungeklärten Umständen zwischen den Bahnhöfen Tempelhof und Hermannstraße ins Freie, wie ein Polizeisprecher sagte.

Als der Mann kurz nach 3 Uhr aus dem Zug sprang, kam in diesem Moment gerade eine Ringbahn aus der Gegenrichtung und erfasste den 20-Jährigen, für den jede Hilfe zu spät kam. Die Hintergründe für das Verhalten des Opfers waren zunächst unklar. Die Polizei hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

20 Fahrgäste mussten aus dem Zug geleitet werden

Der Verunglückte war nach ersten Erkenntnissen mit mehreren Begleitern in dem Zug unterwegs. Nach unbestätigten Berichten soll der 20-Jährige vor dem Unglück mit seiner Freundin gestritten haben. Die Polizei konnte dies auf Anfrage indes nicht bestätigen. Der Verkehr der Ringbahn war in diesem Bereich drei Stunden lang unterbrochen. Nach Angaben der Polizei mussten aus dem Zug, aus dem der Mann in den Tod gesprungen war, 20 Fahrgäste herausgeleitet werden. Bei dem direkt folgenden Zug wurde der Fahrstrom abgestellt, bevor er später rückwärts in den nächsten Bahnhof gefahren werden konnte.

Am Sonnabendmorgen ist dann vermutlich durch einem Unfall in einem U-Bahntunnel ein Mann in Wedding ums Leben gekommen. Erste Ermittlungen der Polizei ergaben, dass sich der bislang Unbekannte gegen 9.20 Uhr in der Nähe des U-Bahnhofs Müllerstraße im Tunnelbereich aufgehalten hatte, als er durch einen ausfahrenden Zug der Linie 6 in Fahrtrichtung Alt-Mariendorf erfasst wurde.

Zwar konnte ein alarmierter Notarzt den Verunglückten zunächst reanimieren. Doch kurz nach der Einlieferung mit einem Notarztwagen auf die Intensivstation der Charité in Mitte erlag der Mann seinen erlittenen Verletzungen. Die Kriminalpolizei der Direktion 3 hat die Ermittlungen übernommen.