Sicherheit in Berlin

Terrorgefahr auf Weihnachtsmärkten: Henkel beruhigt

Innensenator Henkel beruhigt: Für Berlin gibt es keine konkreten Anschlagsziele. Weihnachtsmärkte stehen aber unter Beobachtung.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hat mit Blick auf die Weihnachtsmärkte und Silvester vor Panikmache wegen der Sicherheitslage gewarnt. „Nach wie vor gibt es in Berlin keine konkreten Hinweise auf Anschlagsziele“, sagte Henkel am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. „Ich möchte ausdrücklich davor warnen, in Panik oder Ähnliches zu verfallen.“

Es würden aber auch nach dem Terror von Paris Faktoren bleiben, „die wir bei aller Vorsicht nicht beeinflussen können“, sagte Henkel. Die Polizei und die Geheimdienste würden alles Mögliche tun, aber die Sicherheitslage sei „dynamisch“. Daher bestehe die seit längerem bekannte „hohe abstrakte Gefährdung“ in Berlin und ganz Deutschland.

Nach den Terroranschlägen in Frankreich stehen die am Montag eröffneten Weihnachtsmärkte unter besonderer Beobachtung von Polizei und Wachleuten. Zum Teil sollen Taschen kontrolliert werden. Rucksäcke sind nicht überall erwünscht. Die Polizei will zusätzliche Streifen schicken.

Berliner reagieren nach Paris spürbar nervös

Viele Berliner zeigten sich in der Woche nach den Terroranschlägen in Paris nervös und alarmierten deutlich häufiger als sonst die Polizei. „Die Bevölkerung ist nach wie vor beunruhigt“, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt am Montag im Innenausschuss. Es sei eine ganze Reihe von Hinweisen auf verdächtige Gegenstände oder vermeintlich gefährliche Personen eingegangen. Am Wochenende habe es zum Beispiel eine Alarmierung wegen Autos mit belgischen Kennzeichen gegeben. Auch das habe sich aber als harmlos herausgestellt.

Um diese ganzen Hinweise gezielt und gründlich abzuarbeiten, hat die Polizei laut Kandt Ende der vergangenen Woche ein Extra-Team zusammengestellt. Angesiedelt ist es beim Staatsschutz der Polizei, der für politisch motivierte Taten zuständig ist.

Kandt bekräftigte zugleich seine Forderung nach verbesserter Ausrüstung der Polizei. Die Bewaffnung der Attentäter habe neue Dimensionen erreicht, sagte er. Daher gebe es Anlass, zum Beispiel beim Schutz der Polizisten nachzubessern.