Gastronomie

Gault & Millau - Tim Raue ist wieder bester Koch Berlins

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Sternekoch Tim Raue

Sternekoch Tim Raue

Foto: Amin Akhtar

Tim Raue ist erneut zum besten Koch Berlins gekürt worden. Die Kritiker des "Gault & Millau" zeichneten auch Newcomer aus.

Die Kritiker des Restaurantführers "Gault & Millau" haben Tim Raue erneut zum besten Koch der Hauptstadt ernannt. Der gebürtige Berliner biete mit "seiner asiatisch inspirierten Parforcejagd durch die Aromen eines der größten kulinarischen Erlebnisse hierzulande", hieß es am Montag in einer Mitteilung zum Erscheinen der Deutschlandausgabe 2016.

Für das Restaurant "Tim Raue" in Kreuzberg gab es dafür von den Testern wie im vergangenen Jahr 19 von 20 Punkten. Raue gehört damit laut "Gault & Millau" zu den 13 besten Köchen in Deutschland.

Den zweiten Platz mit 18 Punkten belegen in Berlin die gleichen drei Köche wie 2014: Daniel Achilles vom Restaurant "Reinstoff" in Mitte, Hendrik Otto vom "Lorenz Adlon" am Brandenburger Tor und Michael Kempf vom "Facil" im Hotel "Mandala" am Potsdamer Platz. Über Kempf schreibt der Gastro-Führer: "Er schafft es auf jedem Teller, die Ergebnisse eines komplexen, durchdachten Kochvorgangs ganz einfach aussehen zu lassen."

"Gault&Millau" lobte die Vorreiterrolle der Hauptstadt: "Der erfolgreiche Auftritt von fünf Neueröffnungen bestätigt den Ruf Berlins als kulinarische Trendmetropole in Deutschland."

Zwei Newcomer ausgezeichnet

Als beste Neueröffnungen wurden zwei Restaurant hervorgehoben: Das "Nobelhart & Schmutzig" von Micha Schäfer in Kreuzberg und das "Zeitgeist im Drive" von Philipp Liebisch in Mitte erhielten je 16 Punkte und landeten damit in der Klasse, "in der Kochen zur Kunst wird".

Schäfer beeindrucke durch "sein Prinzip, ein scheinbar gewöhnliches Produkt aus der Region in handverlesener Qualität mit archaischen Aromen zu flankieren", hieß es. Liebisch "gefällt durch die konsequente Beschränkung auf drei Komponenten bei jedem Teller, die aber jeweils in Varianten erscheinen und es so mit dem Purismus nicht übertreiben".

Bester Aufsteiger ist Alexander Koppe vom "Skykitchen" in Lichtenberg mit ebenfalls 16 Punkten. Besonders geehrt wurde Thomas Yoshida vom "Facil" für seine "hocharomatischen Desserts". Er ist "Pâtissier des Jahres".

Insgesamt zeichneten die Tester 48 Berliner Küchenchefs aus. Im Vergleich zum Vorjahr wurden fünf Restaurants nicht mehr erwähnt und elf Restaurants neu gelobt. Dazu gehörten das "Eins44" in Neukölln und das "Le Faubourg" in Wilmersdorf (beide 14 Punkte) sowie "Lansk" und "Serrano" in Wilmersdorf und "The Grand" und "Zenkichi" in Mitte (je 13 Punkte).

Mit Blick auf ganz Deutschland kritisierten die Essenstester: "Das Motto 'Mehr Schein als Sein' findet leider auch in der deutschen Gastronomie zunehmend Anhänger. Immer öfter spielen Äußerlichkeiten eine größere Rolle als das, worum es eigentlich geht: den guten Geschmack." Immer mehr Teller würden aussehen wie von Foodstylisten designt, hieß es: "Leider schmecken sie auch so."

Die Wertungen des zweiten großen Restaurantführers «Guide Michelin», die Michelin-Sterne, werden am Donnerstag veröffentlicht.

( dpa/mim )