Digitalisierung

Müller will Berlin zur Stadt der neuen Industrien machen

150 Gründer treffen sich bei der Investitionsbank Berlin zum Frühstück mit dem Regierenden Bürgermeister.

Start-up-Frühstück: IBB-Sprecher Jens Holtkamp, Bürgermeister Michael Müller, Florian Nöll (Startup-Verband), IBB-Generalbevollmächtigter Matthias von Bismarck-Osten

Start-up-Frühstück: IBB-Sprecher Jens Holtkamp, Bürgermeister Michael Müller, Florian Nöll (Startup-Verband), IBB-Generalbevollmächtigter Matthias von Bismarck-Osten

Foto: Jürgen Stüber / BM

Berlin muss die führende Smart City werden, die digitale Hauptstadt und die Stadt der neuen Industrien, sagt der Regierende Bürgermeister Michael Müller am Freitag beim Start-up-Frühstück in der Investitionsbank Berlin (IBB) an der Bundesallee. Eingeladen hatte der Bundesverband Deutsche Start-ups. 150 Gründer kamen.

„Berlin wird zunehmend als eine Stadt der Arbeit und der Wirtschaft wahrgenommen“, sagte Müller mit Blick auf die jüngsten Konjunkturzahlen. Das Amt für Statistik hatte Berlin mit einem Plus von 1,3 Prozent den höchsten Zuwachs an Beschäftigung von allen Bundesländern attestiert. Das Bruttoinlandsprodukt war preisbereinigt um 1,7 Prozent gestiegen. In Berlin könne man nicht nur gut leben, sondern auch arbeiten und Unternehmen gründen, sagte Müller. Die Stadt werde bis zum Jahr 2030 um 400.000 Menschen wachsen. „Sie kommen zu uns, weil sie hier alles haben“ – und weil Berlin als bezahlbar und lebenswert, weltoffen und liberal gelte. Das solle auch so bleiben.

City Lab als Ort der Begegnung

Müller kündigte ein City Lab an, das in der Stadt als ein Ort der Begegnung entstehen solle. Er appellierte an die Wirtschaft und die Wissenschaft, die Öffentlichkeit für ihre Projekte zu begeistern und dafür zu sorgen, dass der Funke der Innovation überspringe.

Auch das Land will seinen Teil dazu beitragen. Müller unterstrich das Vorhaben, trotz der angespannten Haushaltslage jährlich 100 Millionen Euro zusätzlich in die Hochschulen zu investieren. In dem von ihm und den Universitäten initiierten Arbeitskreis Digitalisierung sollen Konzepte für die Stadt der Zukunft entwickelt werden.

Klarer Fokus für Start-up-Unit gefordert

Auch die bei der Wirtschaftsförderung Berlin Partner angesiedelte Start-up-Unit müsse sich weiterentwickeln. Hier vermisst Müller allerdings einen klaren Fokus: „Sie muss zielgerichteter formulieren, wo es hingeht“, sagte er vor den Gründern.

Müller wertete den Zuzug etablierter Unternehmen wie zuletzt Cisco, die in der Stadt Innovationszentren eröffnen, als Zeichen der Konsolidierung und als Chance für Synergien zwischen der alten und der neuen Wirtschaft.

IBB: Chance auf 270.000 neue Jobs

Matthias von Bismarck-Osten, der Generalbevollmächtigte der IBB, unterstrich das Potenzial der Start-up-Szene. „Wenn die digitale Transformation der Wirtschaft gelingt, können in Berlin in den nächsten 15 Jahren 270.000 Arbeitsplätze entstehen.“ Florian Nöll, Chef des Start-up-Verbandes, forderte positive wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Gründer. Er kritisierte am Vortag bekannt gewordene Überlegungen der Deutschen Telekom, Start-ups mit einer Internetmaut zu belegen.